Luftverschmutzung kann zu Dürren führen:
Hohe Aerosolbelastung hemmt Niederschlag
- Studie: Wissenschafter weisen Zusammenhang nach

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Starke Luftverschmutzung kann zu vermehrten Dürren führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorab veröffentlichte Studie, an der unter anderem das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz beteiligt war. Danach wirkt eine hohe Belastung mit Aerosolen, wie sie unter anderem von Autos, Kraftwerken und Heizungen ausgestoßen werden, wie eine Bremse auf die Wolkenbildung und die Luftzirkulation in der Atmosphäre.
Die Folge sei, dass Regenfälle ausblieben, sagte der Direktor des Mainzer Instituts, Meinrat Andreae. Von der Menge der Aerosole sei abhängig, wie sich die von der Sonne eingestrahlte Energie in der Atmosphäre verteile. Zudem bilde ein Teil der Aerosole gewissermaßen Keime für die Kondensation von Wasser zu Regentropfen. Dass Aerosole die Wolkenbildung erst möglich machen, ist bereits seit längerem bekannt.
Neiderschlag bei viel Aerosol rückläufig
Dem internationalen Forscherteam, dem neben den Mainzern auch Wissenschafter aus Finnland, Irland, Israel, Italien, Mexiko und Finnland angehörten, ist nun allerdings der Nachweis gelungen, dass ein Mehr an Aerosolen in der Luft nicht automatisch zu mehr Niederschlägen führt. Ab einer gewissen Luftbelastung ist die Niederschlagsneigung vielmehr rückläufig.
Nach den Berechnungen der Autoren ist das Maximum bei 1.200 tropfenbildenden Partikeln pro Kubikzentimeter Luft erreicht. Derartige Luftverhältnisse sorgten für die stärksten Regenfälle. Stark verschmutzte Stadtluft dagegen enthalte bis zu 10.000 solcher Partikel pro Kubikzentimeter Luft. In dieser Situation aber kippe der Effekt.
Durch die Vielzahl der Teilchen bilden sich zwar viele Wassertropfen, diese bleiben aber zu klein um abzuregnen. Stattdessen verdunsten sie nach einer Weile wieder und entziehen dabei der Luft Wärme. Dies lähme die Luftzirkulation, was Niederschläge weiter erschwere. Die Forschungsergebnisse seien ein wichtiger Beitrag, um die bestehenden Modelle für die künftige Entwicklung des Klimas weiter zu verbessern, sagte Andreae. (apa/red)
