Freitag, 5. September 2008

Carl Manner & Otto W. Riedl im Gespräch:
"Mache mir keine Sorgen um die Nachfolge"

  • Soziale Komponente Unterschied zum Großkonzern
  • FORMAT: "Immer rasch Kompromisse geschlossen"

Carl Manner & Otto W. Riedl über den rosa Mythos, den ihre Ahnen schufen: Josef Manner I. & Kompagnon Johann Riedl.

Format: In Österreich sind Süßwarenerzeuger - wie Bensdorp oder Engelhofer - ausgestorben. Sind Familienstrukturen unternehmerfeindlich?

Manner: Das kann man keinem Klischee unterwerfen. Diese Betriebe sind verloren gegangen, weil die Struktur zu kleinkariert war. Es braucht nur zwei Brüder - wie bei Bahlsen - zu geben, die sich nicht vertragen und das Unternehmen in "süß und salzig" zerschlagen.

Riedl: Vor allem haben die beiden sicher auch unterschiedliche Fähigkeiten und hätten sich ergänzen können.

Format: Treffen Sie als Oberhaupt die Letztentscheidung?

Manner: Nein. Wir haben wie in der Politik immer rasch Kompromisse geschlossen, wobei ich schon immer versucht habe, ausgleichend zu wirken.

Format: Was unterscheidet Sie von einem Großkonzern?

Riedl: Die soziale Komponente, die man in einem Familienbetrieb nicht unterschätzen darf.

Manner: Wir haben immer versucht, Mitarbeiter nicht zu kündigen und nicht outzusourcen, sondern selber zu machen - bei der Kakaobohne beginnend.

Format: Herr Riedl, fühlen Sie sich als Mitglied der bereits vierten Unternehmergeneration noch sehr der rosa Schleife verbunden?

Riedl: Für mich war es prägend, mit der Marke aufzuwachsen. Das ist eine emotionale Sache, die einfach ins Blut übergeht. Man blutet anders - rosa.

Format: Sie machen sich keine Sorge um die Nachfolge?

Manner: Nein. Wichtig ist, dass Manner im Familienbesitz bleibt. Das ist fast wichtiger, als dass man es selber führt. Es an Leute zu übergeben, die es besser führen, soll uns nicht schrecken.

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5.9.2008 15:52