AUA wartet noch mit KV-Verhandlungen: Neuer Partner soll sich einbringen können
- Gewerkschaft und Airline-Vertreter für Verschiebung
- Davon betroffen sind 3.400 Mitarbeiter der Fluglinie

·Strenge Vorgaben für
AUA-Interessenten
"Strategische Konzepte" werden entscheidend sein
·AUA-Vorstand ohne Partnerpräferenzen
Suche nach "langfristig besten Perspektiven"
·Russische Linie S7 zeigt Interesse an AUA
Auch Lufthansa und Air France-KLM bieten mit
·AUA startet Al-Jaber- Kapitalerhöhung
Formalakt zur Wahrung der Rechtsansprüche
·AUA-Verkauf: ÖIAG sucht nach Investoren
Bis Ende des Jahres soll Deal abgeschlossen sein
Die Austrian Airlines (AUA) verschiebt ihre jährlichen Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag (KV) für ihre Angestellten auf die Zeit, wenn der künftige Partner für die Airline gefunden ist. Die zuständige Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hätten sich auf diesen Schritt geeinigt, teilte die Airline mit.
Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätten die KV-Verhandlungen für die kaufmännisch-technischen Mitarbeiter der AUA bereits beginnen sollen, davon betroffen sind 3.400 Mitarbeiter - ohne fliegendes Personal und ohne Tyrolean-Mitarbeiter, die einen eigenen KV haben. Zuvor hatte die GPA in einem Schreiben an den Fachverband darauf hingewiesen, dass der im Auftrag der Bundesregierung eingeleitete Verkaufsprozess kaum dazu geeignet sei, "noch rasch vor bzw. in zeitlichem Zusammenhange mit dieser Unternehmensveränderung massive kollektivvertragliche Verschlechterungen zu verhandeln" und daher ersucht, "zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Gegenforderungen noch vor Verhandlungsbeginn Abstand zu nehmen".
Kein Zeitdruck
Für die AUA ist Verhandlungsführer Richard Piller, zuständig für den Bereich Human Resources, auf den Vorschlag eingegangen - "obwohl von massiven Verschlechterungen ohnehin nicht die Rede sein" könne. Es gebe keinen Zeitdruck, weil der bestehende Kollektivvertrag bis 1. November 2008 Gültigkeit habe und auch die Herbstlohnrunde noch nicht begonnen habe.
Ziel sei es, "dem neuen Partner alle Möglichkeiten offen zu halten, um die im Privatisierungsauftrag gewünschten Standort- und Arbeitsplatz-Sicherungmaßnahmen umsetzen zu können". Es spreche einiges dafür, die Unternehmenspositionen derzeit nicht zu verhandeln, gleichzeitig könne man aber auch über die Forderungen der Gewerkschaft "nicht sinnvoll entscheiden".
Zielführende Verhandlungen seien "erst möglich, sobald in einer zweiten Stufe des Privatisierungsverfahrens die potenziellen Partner und damit deren Anforderungen bekannt sind".
(apa/red)

