Dienstag, 2. September 2008

Weniger rosige Aussichten für Eurozone: OECD senkt Wachstumsprognosen für Europa

  • Nur mehr 1,3 Prozent Wachstum für heuer erwartet
  • Vorschau für USA von 1,2 % auf 1,8 % angehoben

Die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone im Jahr 2008 von 1,7 Prozent auf 1,3 Prozent zurückgenommen. Das geht aus dem veröffentlichten Zwischenbericht hervor. Zugleich wurde die Vorschau für die USA von 1,2 Prozent auf 1,8 Prozent angehoben.

Im zweiten Quartal sei die Wirtschaft der Eurozone im Vergleich zum ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Der schwache Außenhandel, der im ersten Halbjahr durch den starken Euro behindert worden sei, habe zur schwachen Entwicklung beigetragen.

Nur 1,5 % statt 1,9 % für Deutschland
Für Deutschland erwartet die OECD nun 1,5 Prozent Plus statt 1,9 Prozent wie im Mai vorhergesagt. Frankreichs Wachstum dürfte auf ein Prozent fallen, statt 1,8 Prozent in der vorigen Prognose. Schlusslicht in der Eurozone ist Italien mit einem Wirtschaftswachstum von nur mehr 0,1 Prozent statt 0,5 Prozent.

Damit sei die Eurozone im Moment der Rezession näher als die USA, sagte Jean-Louis Schneider, stellvertretender Direktor der Wirtschaftsabteilung der OECD.

Auch die Inflation bleibe deutlich über den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die OECD spreche sich daher nicht für eine Zinssenkung aus. Das langsamere Wirtschaftswachstum werde aber auch die Inflation dämpfen.

In den USA habe das überraschend starke Wachstum im zweiten Quartal, wo es ein Plus von 3,3 Prozent gab statt der erwarteten 1,9 Prozent, zur besseren Prognose geführt.

(apa/red)

2.9.2008 12:25