Dienstag, 2. September 2008

ÖVP stapelt bei Kindergeldkosten zu tief: Neues Modell koste laut AK doppelt so viel

  • Auch mehr Betreuungsplätze wären somit notwendig
  • BZÖ spricht von "Wahlkampfgag" der Volkspartei

Das einkommensabhängige Kindergeld wird laut Arbeiterkammer auf etwa doppelt so hohe Mehrkosten kommen wie von der ÖVP angegeben. Nicht 15 bis 30 Millionen, sondern etwa 60 Millionen Euro sind dafür zu veranschlagen, so die Arbeiterkammer, die das Projekt aber ausdrücklich unterstützt. Es würde auch größeren Anklang finden als die bisherigen Modelle. Allerdings müssten auch mehr Betreuungsplätze für Ein- bis Zweijährige eingerichtet werden, meinte AK-Expertin Ingrid Moritz.

Für BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz sprechen die von der Arbeiterkammer errechneten Mehrkosten nicht für die Kompetenz der ÖVP. Strutz bezeichnete in einer Aussendung den ÖVP-Vorschlag als vorzeitig entlarvten "Wahlkampfgag", da die Volkspartei diesen vor Wahl gar nicht beschließen wolle. Außerdem bringe das ÖVP-Modell für maximal 10 Prozent der Familien eine Verbesserung und ist somit sozial ungerecht. Der katholische Familienverband begrüßt den Vorschlag als "erfreuliche Weiterentwicklung der familiären Kinderbetreuung", warnt allerdings vor der Vermengung von verschiedenen Systemen und fordert die Finanzierung aus der Arbeitslosenversicherung.

(apa/red)

2.9.2008 12:07