Berlusconi lobt Rettungsplan der Alitalia:
"Pleite der Fluggesellschaft abgewendet"
- Alitalia soll weiter italienische Gesellschaft bleiben
- Verhandlungen über Stellenabbau haben begonnen

·Fluglinie Alitalia meldet Insolvenz an
Weniger als 5.000 Jobs sollen gestrichen werden
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi lobt den Rettungsplan für die marode Fluggesellschaft, den sein Kabinett mit der Mailänder Bank Intesa San Paolo verfasst hat. "Die Regierung hat der Alitalia die Pleite erspart. Mit der Operation, die die Regierung vergangenen Woche in die Wege geleitet hat, wird unsere Gesellschaft eine große und prestigereiche nationale Fluggesellschaft haben", sagte Berlusconi in einem TV-Interview.
Der Rettungsplan sei die einzige Lösung für die Alitalia. Die Regierung habe die Verschleuderung, oder noch schlimmer die Insolvenz der Fluggesellschaft vermieden, was 20.000 Menschen den Arbeitsplatz gekostet hätte. "Der Rettungsplan für die Alitalia ist ein großer Erfolg für diese Regierung, genau wie die Lösung des Müllproblems in Neapel. Die Regierung handelt, im Gegensatz zur Opposition, die nur kritisiert", erklärte Berlusconi.
Der Regierungschef versicherte, dass die Alitalia in italienischen Händen bleiben werde. "Alitalia wird eine italienische Gesellschaft bleiben. Sie wird von Managern verwaltet werden, die absolut das Beste sind", erklärte der Ministerpräsident.
Corrado Passera, Geschäftsführer der Bank Intesa San Paolo, wies in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" den Vorwurf zurück, der Plan gehe zulasten der Konsumenten. Die Fluglinie unter italienischer Flagge fliegen zu lassen, würde Italien insgesamt im Tourismussektor und bei der Internationalisierung zugute kommen. Die Unternehmer der Rettungsmannschaft seien aus unternehmerischen Überlegungen in das Geschäft mit Alitalia eingestiegen. Verdeckte Abmachungen mit der Regierung gebe es nicht, die Lösung sei auch weder politisch links noch politisch rechts, so Passera.
Inzwischen haben die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung über den Jobabbau bei Alitalia begonnen. Arbeitsminister Maurizio Sacconi zeigte sich überzeugt, dass der Sanierung nicht mehr als 5.000 Stellen geopfert werden müssen. Die Verhandlungen mit den mehr als neun beteiligten Gewerkschaften könnten sich über mehr als einen Monat erstrecken. Die Gewerkschaften betonten, dass sie über den Plan verhandeln und ihn nicht als Ultimatum ansehen wollten.
(apa/red)

