Scharner vor Quali-Auftakt optimistisch:
England-Legionär spricht von 50:50 Chance
- Zuschauer-Unterstützung soll den Ausschlag geben
- Christian Fuchs glaubt an die Qualität Österreichs

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·Frankreich hofft auf
seine jungen Wilden
Nasri & Benzema sollen in
große Fußstapfen treten
·Vizeweltmeister hat
viel auf dem Kerbholz
Frankreichs Erfolgbsbilanz
liest sich beeindruckend
·Letzter ÖFB-Sieg liegt
schon 38 Jahre zurück
Österreich gewann 1970
ein Freundschaftsspiel 1:0
Paul Scharner hat vor dem Auftakt zur Fußball-WM-Qualifikation am Samstag (20.30 Uhr/live auf news.at) im ausverkauften Wiener Happel-Stadion gegen Frankreich eine gehörige Portion Optimismus versprüht. "Unsere Chancen stehen 50:50", behauptete der England-Legionär, relativierte aber unmittelbar danach: "Aufgrund der letzten Ergebnisse vielleicht auch 40:60."
Die nach der Meinung von Scharner leichte Außenseiterrolle könnte aber durch lautstarke Zuschauer-Unterstützung wettgemacht werden, vermutete der Niederösterreicher. "Wir haben sensationelle Fans, die trotz zuletzt nicht entsprechenden Resultaten kommen. Das kann das Prozent sein, das fehlt." Auch für die gesamte WM-Qualifikation rechnet sich der 16-fache Internationale realistische Chancen aus, das Ticket für Südafrika 2010 zu buchen. "Jeder muss sich hundertprozentig mit diesem Ziel identifizieren. Wenn sich jeder voll reinhaut, ist alles möglich."
Dazu ist aber eine Steigerung im Vergleich zum 2:2 in Nizza gegen Italien nötig. "Der Teamchef hat gefordert, dass wir viel schneller in die Konter gehen, damit wir öfter vor dem gegnerischen Tor stehen", verriet Scharner, der seine Knöchelblessur nach eigenen Angaben überwunden hat. "Ich habe schon mit ganz anderen Verletzungen Spiele gespielt. Ich freue mich auf Samstag und werde voll fit in das Match gehen."
Bekanntschaft mit Frankreichs Profis
Der 28-Jährige hat in der Premier League schon mit einigen französischen Internationalen Bekanntschaft gemacht, so auch mit Kapitän und Ex-Arsenal-Kicker Thierry Henry, der sein unmittelbarer Gegenspieler sein könnte, sollte Scharner in der Innenverteidigung aufgeboten werden. "Er ist ein Spitzenspieler und mehrfacher englischer Torschützenkönig. Zuletzt ist er in Barcelona aber nicht so zur Geltung gekommen", erklärte der Wigan-Spieler, der bei der 2:4-Niederlage seines Clubs im Mai 2006 im letzten Spiel im Highbury ein Tor erzielt hatte - Arsenals damaliger Top-Star hingegen gleich drei.
Beim 0:1 des ÖFB-Teams gegen Frankreich im März 2007 in Paris waren weder Scharner, der kürzlich eine Aussprache mit der Mannschaft hatte ("Da haben wir die Vergangenheit analysiert und endlich ad acta gelegt"), noch Henry mit von der Partie - dafür aber Christian Fuchs, der keine allzu guten Erinnerungen an diesen Auftritt hat. "Wir mussten damals viel laufen", meinte der Niederösterreicher über das Match, in dem die Franzosen über die gesamte Zeit deutlich überlegen waren.
Mittlerweile hätten sich die Kräfteverhältnisse aber etwas verschoben. "Seit diesem Spiel ist viel Zeit vergangen und die Qualität unserer Mannschaft ist sicher besser geworden", behauptete der Ex-Mattersburger, der seine persönliche Marschroute für die WM-Qualifikation erstellt hat. "Wenn wir uns qualifizieren wollen, müssen wir zumindest ein Heimspiel gegen Frankreich oder Rumänien gewinnen."
Fuchs will seinen Teil zum Erfolg beitragen
Fuchs ist überzeugt, dass er gegen die Franzosen seinen Teil dazu beitragen kann. "Ich habe gegen Italien eine gute Leistung gebracht, wieso sollte sich also etwas ändern? Ich rechne mir gute Chancen aus, in der Startformation zu stehen, obwohl der Kampf ums Leiberl hart ist. Christoph Leitgeb gibt im Training ordentlich Gas." Der Linksfuß wird voraussichtlich im Mittelfeld und nicht wie in seinem Verein VfL Bochum in der Viererkette zum Einsatz kommen. "Die Mittelfeld-Position ist in mir drin, da habe ich nichts verlernt", betonte der 22-Jährige, der in seiner Zeit in Mattersburg eine ähnliche Rolle wie jetzt in der ÖFB-Auswahl gespielt hatte.
Auch wenn er im Team des öfteren in der Viererkette agierte - so richtig auf einen Außenverteidiger "umgepolt" wurde der in der deutschen Meisterschaft zuletzt mit Gelb-Rot ausgeschlossene Fuchs in der sechswöchigen Vorbereitung in Bochum. "Da habe ich viel dazugelernt." Den Niveau-Unterschied zwischen österreichischer und deutscher Liga bekam der 19-fache Internationale bisher vor allem aufgrund der Kader-Größe zu spüren. "In der Breite ist die Qualität höher, dadurch steigt auch die Qualität im Training."
Mit der zu erwartenden Defensiv-Taktik des ÖFB-Teams hat Fuchs kein Problem. "Bei der EM haben wir sehr offensiv gespielt, gegen Italien haben wir defensiv begonnen und das hat sich bezahlt gemacht, denn wir haben ein ordentliches Resultat erzielt."
(apa/red)
