Donnerstag, 4. September 2008

Frankreich hofft auf seine jungen Wilden:
Nasri & Co sollen in große Fußstapfen treten

  • Vorzeitiges Aus bei der EURO 2008 war Ernüchterung
  • Generationswechsel als große Chance für Frankreich

Sehr groß war die Enttäuschung nach dem vorzeitigen Aus bei der EURO 2008 ohne Sieg und nur mit einem erzielten Treffer gewesen. Frankreichs neue Fußball-Generation und vor allem ihr im Amt verbliebener Teamchef Raymond Domenech stehen daher in der WM-Qualifikation unter Druck - bereits zum Auftakt gegen Österreich. Die Augen werden auch im Ernst-Happel-Stadion auf Karim Benzema, Samir Nasri und Co. gerichtet sein, die Frankreich wieder an die Spitze führen sollen.

"Es ist eine neue Generation mit all den Risiken, die das mit sich bringt", sagte Domenech über seinen Kader, dessen Durchschnittsalter 25,4 Jahre beträgt. Zum Vergleich: Das aktuelle ÖFB-Aufgebot kommt auf 25,3 Jahre. "Unsere Spieler sind jung, einige sogar sehr jung", erklärte Domenech. "Darüber müssen wir uns im Klaren sein." Führen sollen die Mannschaft Kapitän Thierry Henry und Abwehrchef William Gallas (beide 31) - die einzigen Spieler über 30.

Gewaltiges Offensiv-Potenzial
Vor allem in der Offensive haben die jungen Franzosen großes Potenzial. Arsenal-Jungstar Samir Nasri (21) dürfte in Zukunft am Flügel eine größere Rolle spielen, neben Henry stürmt mit Karim Benzema ein 20-Jähriger, der schon 14 Länderspiele absolviert hat. Ihr Teamdebüt hatten beide am 28. März 2007 gegen Österreich gegeben - und mit einer Co-Produktion auch das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg im Test im Stade de France erzielt.

"Nun liegt es an uns jungen Spielern zu zeigen, was wir können. Wir stehen in der Verantwortung. Wir werden aber nicht über Nacht zu Führungsspielern werden. Dafür haben wir Titi und William", erklärte Nasri, in dem viele Franzosen nicht nur ob seiner Herkunft einen "neuen Zidane" sehen. Von seinem Stammclub Olympique Marseille war der 21-Jährige im Sommer zu Arsenal gewechselt, wird dort aber eher mit Vorgänger Robert Pires verglichen, denn mit 'Zizou'.

"Das ist alles sehr schmeichelhaft, aber es ist schwer, den Erwartungen gerecht zu werden", betonte Nasri. "Im französischen Fußball sind die Fußstapfen immer sehr groß." Dennoch will die neue Generation Frankreich die enttäuschende EURO vergessen lassen. Bei der EM hatte Domenech noch seinen Routiniers vertraut, unter anderem auf die Ex-Weltmeister Lilian Thuram (36) und Claude Makelele (35) gesetzt und dafür auch Kritik geerntet.

Nasri und Benzema fehlten gegen Niederlande
Im vorentscheidenden Spiel gegen die Niederlande (1:4) dagegen waren sowohl Nasri als auch Benzema nicht zum Einsatz gekommen. Ob der mageren EM-Ausbeute - ein Tor und ein Punkt in drei Spielen - sah sich Domenech zum Umdenken gezwungen, holte einige neue Spieler. "Wir haben sehr viele junge Talente", versicherte der Teamchef. "Mit ihnen sehe ich eine große Zukunft für die WM 2010." Der erste Prüfstein auf dem Weg dorthin heißt Österreich.
(apa/red)

4.9.2008 12:06