Krach bei Quali-Auftaktgegner Frankreich:
Malouda mit Kritik an Teamchef Domenech
- Chelsea-Legionär: "Bin zur Zielscheibe geworden"
- Domenech nach EURO-Debakel stark umstritten

·Frankreich fehlen sechs wichtige Stützen
Domenech nominierte Kader für Österreich-Spiel
Die enttäuschende EURO ist für Frankreich Geschichte, die Wunden sind aber noch nicht verheilt - auch die einiger Spieler nicht. Florent Malouda sorgte vor dem Auftakt der WM-Qualifikation in Wien gegen Österreich für Aufsehen. Der einberufene Chelsea-Flügelspieler übte in einem Interview mit der Sportzeitung "L' Equipe" scharfe Kritik am umstrittenen Teamchef Raymond Domenech.
Malouda war nach seinen schwachen EM-Leistungen in die Kritik geraten, schob diese aber auch auf das Fehlverhalten von Domenech und dessen taktische Anweisungen. "Ich bin zur Zielscheibe geworden. Dabei habe ich nur das gespielt, was der Trainer von mir wollte", erklärte der 28-jährige Offensivspieler. "Ich habe keine Freiheiten gehabt. Es hat mir keinen Spaß gemacht, aber ich habe das gemacht, was man von mir verlangt hat."
Zudem hätte sich Malouda im öffentlichen Diskurs mehr Rückendeckung von Domenech erwartet. "Ich bin enttäuscht, dass er sich zu diesem Thema nie geäußert hat", sagte der eigentlich gesetzte Flügelstürmer, der im entscheidenden Gruppenspiel gegen Italien (0:2) nicht mehr zum Einsatz gekommen war. "Ich glaube, mit dieser Umstellung ist er der öffentlichen Meinung gefolgt. Aber es ist seine Entscheidung, jeder hat seine Persönlichkeit."
Domenech selbst hatte sich nach dem EM-Aus für seine Varianten rechtfertigen müssen. So hatte der Teamchef etwa auf Juventus-Goalgetter David Trezeguet verzichtet und stattdessen u.a. auf den international unerfahrenen Bafetimbi Gomis (AS St. Etienne) gesetzt. "Man kann hinterher immer sagen, dass es vielleicht anders besser gewesen wäre. Aber es ist unmöglich, das zu beweisen", sagte Domenech. Sein Amt durfte er daher behalten. (apa/red)
