Kapitänswahl lässt Ivanschitz aufatmen:
Vertrauensbeweis für Griechenland-Legionär
- Mittelfeldspieler ist bei Panathinaikos am Abstellgleis
- Ausgestochene Kapitän-Anwärter mit Wahl zufrieden

·Vizeweltmeister hat
viel auf dem Kerbholz
Frankreichs Erfolgbsbilanz
liest sich beeindruckend
·Letzter ÖFB-Sieg liegt
schon 38 Jahre zurück
Österreich gewann 1970
ein Freundschaftsspiel 1:0
·Ivanschitz bleibt der
rot-weiß-rote Kapitän
Griechenland-Legionär von Mitspielern bestätigt
·Nationalteam sucht wieder eine Nummer 1
Macho, Manninger, Özcan mit Chancen-Gleichheit
·Scharner für die WM-
Quali nachnominiert
England-Legionär bald wieder voll einsatzfähig
·IHRE MEINUNG zum österreichischen Team
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Andreas Ivanschitz, der neue und alte Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft, hat sich am Dienstag über seine Bestätigung als Spielführer erfreut gezeigt. "Für mich war es ganz wichtig und ein extremer Vertrauensbeweis, dass ich von der Mannschaft zum Kapitän gewählt worden bin", sagte der Panathinaikos-Legionär mit Blick auf die Abstimmung im ÖFB-Camp in Lindabrunn.
Die Kapitäns-Wahl ist laut Ivanschitz unspektakulär verlaufen. "Es war eine sehr kurze Aktion, die hat fünf Minuten gedauert. Jeder hat seine Stimme auf einem Stimmzettel abgegeben, dann ist ausgezählt worden und ich hatte die Mehrheit. Streitereien oder einen zweiten Wahlgang hat es nicht gegegen", erzählte der Burgenländer, der das genaue Wahl-Resultat nicht verraten wollte. "Es ist normal, dass es verschiedene Meinungen gibt, aber es waren doch einige Stimmen mehr für mich und das ist, was zählt."
"Ich habe immer gesagt, dass es für mich eine Ehre ist, Kapitän zu sein, und dass ich Kapitän bleiben will. Es freut mich sehr, dass die Spieler Vertrauen zu mir haben und zufrieden damit sind, wie ich die Mannschaft nach außen vertrete", meinte der Ex-Rapidler und -Salzburger, nach dessen Angaben das Nationalteam ohnehin über "vier, fünf Führungsspieler" verfügt.
WM-Quali rückt in den Mittelpunkt
Nach der Lösung der Kapitänsfrage rücken für Ivanschitz andere Dinge in den Mittelpunkt. "Jetzt können wir konzentriert in die WM-Qualifikation gehen", sagte der 24-Jährige fünf Tage vor der ersten Ausscheidungs-Partie im ausverkauften Wiener Happel-Stadion gegen Frankreich.
Im Duell mit dem Vize-Weltmeister setzt Brückner wohl auf Defensive. "Wir stehen jetzt grundsätzlich tiefer und machen nicht mehr so viel Pressing, das ist vielleicht die einzige gravierende Umstellung im Vergleich zu Josef Hickersberger", erklärte Ivanschitz. Unter Brückners Vorgänger zeigte die ÖFB-Auswahl in diesem Jahr des öfteren erfrischenden, aber zumeist auch erfolglosen Offensiv-Fußball.
Künftig defensivere Ausrichtung
Am künftigen Defensiv-System haben weder Ivanschitz noch "Team-Trainer" Andreas Herzog etwas auszusetzen. "Wen wir tief stehen, heißt das nicht gleichzeitig, dass wir nicht zu Chancen kommen", betonte der ÖFB-Rekord-Teamspieler, und Ivanschitz ergänzte: "Wir haben einen neuen Trainer und eine neue Philosophie, die wir so gut wie möglich umsetzen müssen."
Ein Sprachproblem sieht der Griechenland-Legionär bei Brückner nicht. "Natürlich spricht er nicht perfekt Deutsch, aber er bemüht sich und es ist seit der letzten Team-Zusammenkunft gegen Italien (Anm.: 18. bis 20. August) schon viel besser geworden. Außerdem hat er Jan Kocian zur Unterstützung."
Bei Panathinaikos momentan am Abstellgleis
Mit einem neuen Trainer hat es Ivanschitz im Sommer nicht nur beim ÖFB, sondern auch bei Panathinaikos zu tun bekommen. Seit der Niederländer Henk Ten Cate beim Athener Club im Amt ist, kam der Linksfuß zumeist nicht über Kurzeinsätze hinaus, zuletzt wurde ihm im linken Mittelfeld der Rechtsfuß Giorgos Karagounis vorgezogen. "Ich weiß nicht richtig, warum ich nicht spiele. Der Trainer redet nicht viel", erklärte der Burgenländer
Der Team-Kapitän zeigte sich dennoch optimistisch, bei "Pao" schon bald zur Anfangs-Formation zu zählen. "Wir haben erst vier Champions-League-Quali-Partien und ein Liga-Spiel in den Beinen, teilweise befinden wir uns noch in der Kennenlernphase, deswegen bleibe ich ruhig. Ich bin überzeugt von meiner Qualität und dass ich wieder in die Mannschaft komme. Entscheidend ist jetzt, auf meine Chance zu warten, die ich bestimmt bekommen werde", sagte Ivanschitz.
Zufriedene Teamkollegen
Neben Andreas Ivanschitz und Emanuel Pogatetz sind am Montagabend auch Martin Stranzl und Rene Aufhauser zur Wahl gestanden, künftig das österreichische Fußball-Nationalteam aufs Feld zu führen. Dass Ivanschitz schließlich den Vorzug bekam, konnte das Duo problemlos verkraften - vielmehr überwog die Freude darüber, die Kapitäns-Frage endlich gelöst zu haben.
"Weil dieses Thema zuletzt stark in der Öffentlichkeit aufgekommen ist, war es uns wichtig, ein Zeichen zu setzen. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen und damit herrscht Ruhe", sagte Aufhauser. "Über meine Nominierung habe ich mich gefreut, aber große Chancen habe ich mir nicht ausgerechnet", meinte der Salzburg-Spieler, der noch am Montagnachmittag vor ORF-Kameras scherzhaft davon gesprochen hatte, jedem ÖFB-Kicker einen 50-Euro-Schein zuzustecken, damit seine Wahl gesichert sei.
Stranzl als Wortführer für Ivanschitz?
Laut Stranzl ist das Votum - im Gegensatz zu den Angaben von Ivanschitz - einstimmig erfolgt. "Wir haben alles durchdiskutiert und dann abgestimmt", erzählte der Spartak-Moskau-Legionär, der bestritt, für Ivanschitz engagiert das Wort ergriffen zu haben. "Andi ist in die Rolle des Kapitäns hervorragend hineingewachsen. Er wird dieses Amt so gut ausführen, wie er es bisher gemacht hat", sagte der Burgenländer.
Noch eine weitere ÖFB-"Baustelle" dürfte am Montagabend großteils abgearbeitet worden sein. Unmittelbar vor der Kapitänswahl kam es zu der schon im Vorfeld angesetzten Aussprache zwischen Team-Rückkehrer Paul Scharner und der gesamten Mannschaft.
(apa/red)
