Macho, Manninger oder Özcan? Österreichs Nationalteam sucht wieder eine Nummer 1
- Goalie-Trainer Lindenberger: Alle mit gleicher Chance

·Scharner für die WM-
Quali nachnominiert
England-Legionär bald wieder voll einsatzfähig
·Frankreich fehlen sechs wichtige Stützen
Domenech nominierte Kader für Österreich-Spiel
Wie schon vor der EURO 2008 ist das österreichische Nationalteam auch unmittelbar vor dem Start in die WM-Qualifikation auf der Suche nach einer Nummer eins. Zu Beginn der Vorbereitung auf die Auftakt-Partie gegen Frankreich scheint noch völlig offen, ob wie bei der Heim-EM Jürgen Macho im Tor steht oder einer der beiden anderen Anwärter den Vorzug bekommt.
Macho ließ sich bei der Europameisterschaft zwar nichts zuschulden kommen, fiel aber zuletzt wegen eines Rippenbruchs rund ein Monat aus und saß zum Auftakt der griechischen Meisterschaft beim 2:1 seines Clubs AEK Athen gegen Panathinaikos nur auf der Bank. Das gleiche Schicksal ereilte Alexander Manninger beim 1:1 seines neuen Vereins Juventus auswärts gegen Fiorentina. Von den drei einberufenen Goalies war am Wochenende nur Ramazan Özcan im Einsatz, und der kassierte mit Hoffenheim in Leverkusen gleich fünf Gegentreffer.
Alles offen
Keiner aus dem Trio drängt sich im Moment bei Neo-Teamchef Karel Brückner auf, weswegen der Tscheche so wie Tormann-Trainer Klaus Lindenberger mit einer Entscheidung noch zuwarten will. "Die Ausgangsposition ist für jeden gleich. Es ist wichtig, dass wir uns jetzt einmal gewisse Dinge anschauen", betonte der Oberösterreicher.
Laut Lindenberger muss der Einser-Goalie gegen Frankreich nicht unbedingt mit jenem der übrigen WM-Qualifikationsspielen identisch sein. "Der Teamchef wird sich wahrscheinlich auf einen Tormann für die ersten beiden Spiele festlegen, dann wird man weitersehen. Außerdem kann ja immer etwas Unvorhergesehenes wie zum Beispiel Verletzungen passieren, das hat man in den letzten Monaten gesehen."
Rotation möglich
Möglicherweise steht also zumindest in der Anfangsphase der Ausscheidung eine Art Rotation bevor - immerhin hat man damit nach den Angaben des Torwart-Trainers vor der EM gute Erfahrungen gemacht. "Die Rotation vor der EURO würde ich genau so wieder machen. Der Erfolg war ja da, weil Macho beim Turnier gut gespielt hat", erinnerte Lindenberger.
Für den Griechenland-Legionär spreche laut dem Oberösterreicher nicht nur der EM-Bonus, sondern auch die Stärke bei Flanken. "Da hat Özcan eher Schwächen, aber er ist ein junger, aufstrebender Goalie und war gegen Italien trotz seines Eigentores meiner Meinung nach stark." Manninger, der in der ersten Hälfte gegen den Weltmeister über weite Strecken überzeugte, hält er ebenso wie Macho für einen "kompletten Tormann. Aber Macho ist psychologisch stärker. Manninger hat das Problem, dass er von seiner Zeit in Salzburg her psychisch gebrandmarkt ist. Doch das ist besser geworden, seit er in Italien ist."
Das drohende Reservisten-Schicksal von Macho und Manninger wird für die Entscheidung um den Stamm-Keeper wohl nicht ausschlaggebend sein. "Spielpraxis ist wichtig, aber nicht das Wichtigste", erklärte Lindenberger.
(apa/red)
