Dienstag, 2. September 2008

Italienische Vereine scheuten keine Kosten:
Serie-A-Clubs gaben heuer 445 Mio. Euro aus

  • Inter macht mit 72,1 Mio. Euro am meisten locker
  • Experten befürchten neuerliche finanzielle Probleme

Nach einigen Jahren der Krise haben die italienischen Fußball-Erstligisten wieder tief in die Tasche gegriffen, um Millionentransfers zu tätigen und klangvolle Namen unter Vertrag zu nehmen. Die 20 Serie-A-Clubs gaben 444,7 Millionen Euro für ihre Einkäufe aus, das ist die höchste Summe in den vergangenen fünf Jahren.

Laut der römischen Tageszeitung "La Repubblica" haben damit im Sommer 2008 nur die englischen Erstligisten mehr ausgegeben, Italien nimmt noch vor Spanien Rang zwei in dieser Rangliste ein.

Inter gab am meisten aus
Am meisten Geld hat Meister Inter locker gemacht, die Mailänder gaben 72,1 Mio. Euro für neue Spieler aus, verkauft wurden Spieler im Wert von 10,85 Mio. Euro. Inter hat mittlerweile ein Drittel aller Schulden der italienischen Erstligisten angesammelt. Am zweit meisten investierte Stadtrivale AC Milan.

Der Club von Regierungschef Silvio Berlusconi kaufte Spieler im Wert von 54 Mio., darunter Andrej Schewtschenko und Ronaldinho. Der Verkauf von 26 Spielern bescherte dem Club Einnahmen von 40,95 Mio. Euro. Fiorentina gab 51,1 Mio. Euro für neue Spieler aus, der Kickerverkauf bescherte dem toskanischen Club nur 2,2 Millionen Euro.

Serie A kämpft mit roten Zahlen
"Der Markt boomt, die Meisterschaft lockt mit prominenten Namen, doch die Serie A kämpft wieder mit roten Zahlen", kommentierte "La Repubblica". Die meisten Serie A-Clubs weisen Mannschaften mit weit mehr als 25 Spielern vor. "Für die italienischen Serie-A-Vereine bahnt sich eine Zukunft an, die wir schon kennen: Unternehmen, die die Schulden ihrer Vereine eindämmen, Banken, die Clubs unter ihre Kontrolle nehmen und zunehmende Forderungen an die Politik, um die Schulden einzufrieren", so "La Repubblica" weiter.
(apa/red)

2.9.2008 13:54