Freitag, 5. September 2008

Rafael Nadal steht im US-Open-Halbfinale:
Weltranglisten-Erster biegt Fish in 4 Sätzen

  • Erster US-Open-Halbfinaleinzug des Olympiasiegers
  • Brite Andy Murray ist Gegner um Platz im Endspiel

Bei den Herren wird es in jedem Fall ein neues Gesicht im Finale der Tennis-US-Open in New York geben. Weder der spanische Weltranglistenführende Rafael Nadal noch der Brite Andy Murray haben dort das Endspiel jemals erreicht. Und beide stehen einander im Halbfinale gegenüber.

Olympiasieger Nadal musste bei seinem 3:6,6:1,6:4,6:2-Viertelfinalerfolg gegen Lokalmatador Mardy Fish eine "Nachtschicht" absolvieren. Erst um 2.10 Uhr Ortszeit verwandelte er den Matchball und meinte danach: "Die nächtliche Atmosphäre hier ist jedes Mal fantastisch, aber ich bevorzuge es, Spiele ein wenig früher zu beenden." Erst einmal hatte ein Match in New York später geendet, nämlich um 2.26 Uhr. Nadals bisher bestes US-Open-Ergebnis war ein Viertelfinaleinzug im Jahr 2006 gewesen.

Das Match begann erst kurz vor Mitternacht. Der 22-jährige Spanier fand zunächst kein Mittel gegen das starke Service seines Gegners und benötigte 18 Minuten für seinen ersten Spielgewinn. Fish schlug im ersten Satz neun Asse und sicherte sich diesen mit 6:3. Danach steigerte sich Nadal aber, gewann die beiden nächsten Sätze und wurde erst beim Stand von 3:2 im vierten Satz vom Zwischenruf eines Zuschauers mitten in der Aufschlagbewegung noch einmal kurz aus der Fassung gebracht. Der Fan wurde aus dem Stadion befördert und der Spanier gab kein Spiel mehr ab.

Murray will als erster Brite seit 72 Jahren ins Finale
Nadals Halbfinalgegner Murray könnte als erster Brite seit 72 Jahren den US-Open-Titel holen. Der 21-jährige Schotte, der sich in der dritten Runde trotz 0:2-Satzrückstand gegen den Österreicher Jürgen Melzer noch aus dem Sumpf gezogen hatte, ließ sich auch von Juan Martin del Potro, der davor 23 Matches in Folge gewonnen hatte, nicht von seinem Weg abbringen. Er bezwang den Argentinier mit 7:6(2),7:6(1),4:6,7:5. Nach seinem Sieg gestand Murray: "Der Kerl war unglaublich selbstbewusst nach seiner Siegesserie, daher fühlte ich mich nicht als Favorit. Ich wusste, dass ich viel kämpfen müssen würde. Die 'Big Points' habe ich aber toll gespielt."

Mit Blick auf das Aufeinandertreffen mit Nadal hielt Murray fest: "Ich will nicht im Semifinale verlieren. Als ich in der ersten Night Session alle bisherigen Gewinner des Turniers gesehen habe, habe ich realisiert, dass nur der Sieg wirklich zählt." Seit der Einführung des Profitennis vor 40 Jahren ist er erst der dritte Brite nach Greg Rusedski 1997 und Tim Henman 2004, der in New York ins Halbfinale vorstieß. Der bisherige Weltranglistensechste wird zudem nach dem Turnier erstmals unter den Top vier der Welt zu finden sein.
(apa/red)

5.9.2008 22:52