Dienstag, 2. September 2008

"Sie ist eine der fittesten auf der Tour":
Barbara Schett für Bammer voll des Lobes

  • Tennis-Mama laut Ex-Profi keineswegs Außenseiterin
  • Fitness und Linkshändigkeit wären Bammers Vorteile

Vor dreieinhalb Jahren hat Barbara Schett ihren Schläger ins Eck gestellt und hält nun stattdessen des Öfteren ein Mikrofon in ihrer Hand. Bei den US Open berichtet sie als Expertin für den US-Sender Fox und darf heuer u.a. über eine Österreicherin im Viertelfinale berichten. Neun Jahre nach ihr selbst hat sich Sybille Bammer für die Runde der letzten acht qualifiziert, Schett ist voll des Lobs für die Tennis-Mama und gibt Bammer auch gegen Jelena Jankovic Chancen.

1999 gelang Schett ihr größter Coup bei einem Major-Turnier - das Viertelfinale bei den US Open. "Ja, ich kann mich sehr gut erinnern, das war das beste Jahr meiner Karriere und das beste Grand-Slam-Turnier, das ich je gespielt hab. Ich hab damals gegen Venus Williams gespielt. Ich bin immer noch stolz auf dieses Viertelfinale von damals", denkt Schett zurück.

"Man muss den Punkt zweimal machen"
Über ihre Nachfolgerin in der Runde der letzten acht des größten Turniers der Welt hat Schett freilich auch Bewunderung übrig. "Ich glaube, sie ist eine der fittesten Spielerinnen auf der Tour. Und das ist ihr Kapital, sie macht wenig Eigenfehler und spielt diesen Extraschlag immer noch rüber. Man muss den Punkt also quasi zweimal machen gegen sie. Sie hat es auch verdient ins Viertelfinale zu kommen."

Bammer hat ihre Auslosung sehr gut genützt, hat nach drei Zweisatz-Siegen das Achtelfinale erreicht und dann im Marathon gegen Marion Bartoli als insgesamt erst sechste ÖTV-Spielerin diese Turnierphase bei einem Major erreicht. "Das hat einen sehr großen Stellenwert, in ein Viertelfinale muss man erst einmal kommen bei einem Grand-Slam-Turnier. Das schafft man nicht nur einfach so", meint auch Schett.

Bammer hat Vorteile
Die 32-jährige hält die vier Jahre jüngere Bammer auch im nächsten Match keineswegs für die krasse Außenseiterin. "Sie hat absolut eine Chance. Sie haben ja letztes Jahr hier gegeneinander gespielt und das war ein ganz knappes Match. Ich habe viele Matches von Jelena da gesehen und sie hat mich überhaupt nicht überzeugt, weil sie nicht sehr druckvoll spielt. Sie bewegt sich zwar gut, das ist ihre Stärke, aber die Waffe fehlt." Darum werde auf der Serbin großer Druck lasten. "Sybille hat sicher den Vorteil, erstens, dass sie fit ist und zweitens, dass sie Linkshänderin ist. Sie kann den Platz schön öffnen auf die Rückhand von Jankovic und hat eigentlich nichts zu verlieren."

Dass Bammer all dies als Mutter geschafft hat, findet die frühere Nummer 7 der Welt überhaupt bemerkenswert. "Es hat ja deswegen so lange gedauert für sie, so richtig Fuß zu fassen in der WTA-Tour. Sie ist eher eine Spätstarterin gewesen, weil sie vor sieben Jahren das Kind zur Welt gebracht hat, da braucht man schon eine Zeit, bis der Körper wieder fit ist." Sie persönlich könnte es sich nicht vorstellen, dass sie nach einem Baby wieder auf so einem Standard spielen könnte. "Es ist eine unglaubliche Leistung von ihr, vor allem das auch zu verbinden, das ist sicher nicht einfach. Hut ab vor der Leistung!"
(apa/red)

2.9.2008 11:12