Mittwoch, 3. September 2008

Nun sind Sportler mit Behinderung dran:
4.000 Aktive messen sich bei Paralympics

  • Österreich ist mit 38 Sportlern in Peking vertreten
  • Vor 4 Jahren in Athen wurden 25 Medaillen errungen

Knapp zwei Wochen nach dem Ende der 29. Olympischen Spiele beginnen in China die 13. Paralympics. 34 Männer und 4 Frauen vertreten Österreich bei den Spielen der Behindertensportler, die am Samstag im "Vogelnest" genannten Nationalstadion der chinesischen Hauptstadt Peking eröffnet werden. Die Sportler des Österreichischen Paralympischen Komitees (ÖPC) messen sich bis 17. September mit mehr als 4.000 Konkurrenten aus 161 Nationen.

In Peking werden die Österreicher in der Leichtathletik, Radfahren, Schwimmen, Schießen, Tischtennis und Tennis vertreten sein. Vor Qingdao ist erstmals ein rot-weiß-rotes Segelteam am Start und auch bei den Reitbewerben in Hongkong wird ein Sportler um Olympiamedaillen kämpfen. Vor vier Jahren in Athen gewannen die ÖPC-Athleten acht Gold-, elf Silber- und vier Bronzemedaillen und auch diesmal darf man auf etliche Topplatzierungen hoffen.

Radfahrer Wolfgang Eibeck aus Niederösterreich ist von seinen vier bisherigen Paralympics immer mit Edelmetall heimgekommen und er denkt nicht daran, diese Tradition diesmal zu brechen. "Meine größte und auch einzige Chance auf Gold ist im Zeitfahren auf der Straße. Bei meinem letzten Bewerb, beim Straßenrennen, ist von Gold bis hin zum 30. Platz alles möglich", betonte der sechsfache Weltmeister und 14-fache WM-Medaillengewinner, dem seit seiner Geburt alle Finger an der rechten Hand fehlen.

"Alles ist drinnen"
"Sollte ich das erste Spiel gewinnen, dann ist alles drinnen - sogar Gold", meinte wiederum der seit zwanzig Jahren nach einem Badeunfall querschnittgelähmte, 36-jährige Tischtennis-Spieler Andreas Vevera. "Ich hoffe, dass auch die Nerven mitspielen", betonte Veveras Trainingspartnerin Doris Mader. Die 32-jährige Wienerin ist seit einer Tumoroperation im Jahr 2002 ab dem sechsten Brustwirbel gelähmt.

Handbiker Wolfgang Schattauer, der vor vier Jahren mit "Blech" im Einzelzeitfahren und Rang fünf im Straßenrennen vorlieb nehmen musste, will in Peking die Lorbeeren für harte Trainingsarbeit ernten. Der 49-jährige war bis 1999 einer der besten österreichischen Triathleten - am 30. Juli rammte den Spitzensportler bei einer Trainingseinheit auf dem Rennrad ein bis heute nicht ausgeforschter PKW-Lenker und fügte ihm lebensgefährliche Verletzungen zu. "Du musst dir Ziele setzten und aus jeder Situation das Positive herausholen", war nach der Diagnose Querschnittslähmung die Maxime des Wieners, die ihm bisher zwei Weltmeister-Titel und etliche internationale Spitzenplatzierungen eingebracht hat.

Marinkovic als Titelverteidiger
Der blinde Speerwerfer Bil Marinkovic geht in der chinesischen Hauptstadt als Titelverteidiger an den Start. Der 35-jährige Weltrekordhalter und mehrfache Weltmeister ließ im Juni bei den Wiener Meisterschaften nach intensiver Vorbereitung mit ÖLV-Rekordhalter Gregor Högler sogar die sehende Konkurrenz hinter sich. Im Training wurde nichts dem Zufall überlassen, in Südafrika bereitete sich Marinkovic neben der internationalen Elite samt dem norwegischen Weltmeister Andreas Thorkildsen, der vor etwas mehr als einer Woche in Peking Gold holte, vor.

Neben den Genannten rechnen sich unter anderem noch Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler, Sportschütze Hubert Aufschnaiter und Radfahrer Christoph Etzlstorfer Medaillenchancen aus. Es werden in 20 Sportarten bzw. 471 Medaillen-Bewerben Wettkämpfe ausgetragen, in acht Sportarten sind ÖPC-Sportler vertreten. Die größten Kontingente stellt Österreich mit elf Teilnehmern im Radfahren, acht Tischtennisspielern und sieben Leichtathleten. Jeweils drei Sportschützen, Rollstuhl-Tennisspieler und Segler sowie zwei Schwimmer und ein Reiter komplettieren das Aufgebot. (apa/red)

3.9.2008 11:28