Jamaikas "Raketen" weiter mit Top-Speed:
Powell & Bolt kratzen an den Weltrekorden
- Lausanne: Bestzeiten über 100 und 200 m wackelten
- Überraschung: Hürden-Olympiasieger Robles verliert

Die Jamaikaner Usain Bolt und Asafa Powell haben beim Super-Grand-Prix-Meeting Athletissima der Leichtathleten in Lausanne eine Vorstellung der Sonderklasse gegeben. Bolt lief über 200 m locker in 19,63 Sekunden ins Ziel, der viertbesten Marke aller Zeiten. Powell verfehlte über 100 m in 9,72 Sekunden den Weltrekord Bolts nur um 3/100 und schaffte die zweitbeste je gelaufene Zeit.
Bolt leistete sich erneut den Spaß, nicht voll durchzuziehen, markierte die Top-Zeit trotz eines Gegenwinds von 0,9 m/s. Bei besseren Verhältnissen und vollem Lauf wäre der 22-Jährige wohl knapp an seinen bei Olympia in Peking fixierten Weltrekord von 19,30 gekommen. "Ich lief gegen Ende nicht am Maximum, weil die Saison zu Ende geht", meinte Bolt. "Es ist wichtiger, die Rennen zu gewinnen, als eine gute Zeit zu laufen."
Powell trat erstmals in dieser Saison befreit auf, nachdem er zuerst durch den Verlust des 100-m-Weltrekords und anschließend durch seine Olympia-Enttäuschung (5.) in den Schatten von Bolt gedrängt worden war. Trotz bloß minimaler Windunterstützung von 0,2 m/s schaffte er eine persönliche Bestzeit. Powell: "Nach all meinen Problemen in diesem Jahr bin ich zufrieden. Es ist großartig, einen persönlichen Rekord zu erzielen."
Überraschende Niederlage
Für Hürdensprint-Olympiasieger Dayron Robles setzte es überraschend die zweite Niederlage in dieser Saison. Der kubanische Weltrekordhalter musste sich in 13,17 Sekunden dem US-Olympia-Dritten David Oliver geschlagen geben, der ihm schon bei "Weltklasse" Zürich bis auf 1/100 nahe gekommen war. Robles hatte in Lausanne deutlich bis zur drittletzten Hürde geführt.
Im 400-m-Rennen gelang Olympiasieger LaShawn Merritt ein würdiger Saisonabschluss. Der US-Amerikaner blieb in 43,98 zum zweiten Mal in diesem Jahr unter der 44-Sekunden- Marke und verwies 400-m-Hürden-Olmypiasieger Angelo Taylor (44,38) deutlich auf Rang 2. Merritts großer Rivale und Landsmann Jeremy Wariner war nicht am Start. (apa/red)
