Klimawandel trifft Arme stärker als Reiche:
Leben allerdings merklich klimafreundlicher
- Können sich kaum Sanierung des Wohnraums leisten
- Sind künftig Temperatursteigung stärker ausgeliefert

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Auf globaler Ebene ist es eine Binsenweisheit, auf lokaler Ebene ist es ebenso eine Tatsache: Arme sind vom Klimawandel stärker betroffen als Reiche, wobei sie für die Ursachen in weit geringerem Ausmaß verantwortlich sind. Eine neue Studie des Grazer Volkswirts Franz Prettenthaler im Auftrag von Global 2000 nahm die genaueren Umstände in Österreich unter die Lupe.
Schlechtere Raumdämmung, höhere Lebensmittelpreise und das Risiko eines Jobverlustes machen den ärmeren Menschen in Folge des Klimawandels zu schaffen. Menschen mit höherem Einkommen geben dieses auch an mehr Stellen aus: Besonders ins Gewicht fallen der Besitz von mehr Autos und höheren Ausgaben für Flugreisen. Außerdem: "Ärmere wohnen in kleineren Wohnungen und heizen häufiger klimafreundlich mit Holz", meint Prettenthaler. Während der durchschnittliche Bewohner einer Kategorie-A-Wohnung mit seiner Heizung im Schnitt jährlich fast 4,5 Tonnen CO2 verursacht, sind es bei den Kategorien BCD rund 3,6 Tonnen, also nur rund 80 Prozent.
Der Klimawandel wird die Ärmeren dafür aber stärker treffen: Diese Bevölkerungsgruppe muss höhere Anteile ihres Einkommens für Nahrungsmittel und Energie ausgeben und ist von klimabedingten oder klimapolitikbedingten Preissteigerungen besonders betroffen. Aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten können sich Personen niedriger Einkommensgruppen auch seltener Wohnraumsanierungsmaßnahmen leisten. Einerseits heizen sie somit mehr, andererseits sind sie in ungedämmten Wohnungen einer künftigen Temperatursteigerung stärker ausgeliefert.
Global 2000 fordert nun unter anderem Energieberatung und ein Recht auf thermische Sanierung in Mietwohnungen. Außerdem brauche es ökologische und sozial gerechte Tarife für Strom, Gas und Fernwärme sowie einen Ausbau der Öffentlichen Verkehrsmittel und eine ökologische Steuerreform. (apa/red)
