Vermittlungen in Simbabwe gescheitert:
Südafrikas Präsident Mbkeki blieb erfolglos
- Opposition hat kein Vertrauen in Mbekis Vermittlung
- Präsident Mugabe setzt Tsvangirai unter Druck

Die Vermittlungsbemühungen des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki in der innenpolitischen Krise in Simbabwe sind offenbar gescheitert. Die Opposition habe das Vertrauen in Mbeki verloren und rechne nicht mehr mit einem Erfolg, sagte ein Vertreter der Oppositionspartei MDC.
Mugabe hatte Oppositionschef Morgan Tsvangirai zuvor ultimativ aufgefordert, ein Abkommen zur Beteiligung an der Regierungsverantwortung zu unterzeichnen. Mugabe sagte der staatlich kontrollierten Zeitung "The Herald", wenn Tsvangirai nicht noch im Laufe des Donnerstags unterzeichne, werde er ohne ihn ein Kabinett zusammenstellen. "Wir fühlen uns momentan blockiert - wir werden nicht auf ewig eine Situation ermöglichen, in der wir keine Regierung haben."
Mbeki versuche nicht, die Krise zu lösen, sondern Mugabe zu helfen, argumentiert die Opposition. Der Präsident solle wie angekündigt seine eigene Regierung ohne MDC-Minister bilden: "Wir werden uns an dem Zirkus nicht beteiligen." Jetzt seien die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union gefordert, den Gesprächsprozess zu retten.
Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) - die im Parlament eine knappe Mehrheit hält - hatte nach mehrfachen Gesprächen mit Mugabes ZANU(PF)-Partei erklärt, ein Durchbruch sei bisher nicht zu erkennen. Die MDC erkennt Mugabes Wiederwahl bei einer umstrittenen Stichwahl mit ihm als einzigem Kandidaten Ende Juni nicht an.
Einer der wichtigsten Streitpunkte bei den Verhandlungen ist die Frage, welche Rolle Mugabe künftig innehaben wird. Während die MDC ihm nur eine repräsentative Rolle zugestehen will, will Mugabe weiterhin seinen Anteil an der Macht sichern. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund der schlimmsten Krise in der Geschichte des einstigen afrikanischen Modellstaates statt.
(apa/red)
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