Mittwoch, 3. September 2008

Massive Proteste in Bangkok fortgesetzt: Treten Außenminister und Premier zurück?

  • Samak will sich in Radioansprache an Volk wenden
  • Demonstranten ignorierten Versammlungs-Verbot

Einen Tag nach den dramatischen Straßenschlachten in Bangkok und der Verhängung des Ausnahmezustands haben Regierungskritiker ihren Protest ungehindert fortgesetzt. Tausende Demonstranten, die den Rücktritt der Regierung fordern, hielten in der thailändischen Hauptstadt das Gelände um den Regierungssitz weiter besetzt.

Unterdessen hat der thailändische Außenminister Tej Bunnag seinen Rücktritt angeboten. Regierungschef Samak Sundaravej habe dies jedoch abgelehnt, berichtete die "Bangkok Post" in ihrer Internetausgabe. Medienberichten zufolge will der umstrittene Regierungschef selbst demnächst seinen Rücktritt bekanntgeben.

Samak: Radioansprache an Volk
Samak will sich in einer Radioansprache an das Volk wenden, hieß es. Der britische Sender BBC berichtete, er werde von hohen Militärs gedrängt, sein Amt aufzugeben.

Demonstranten ignorierten Versammlungs-Verbot
Die Demonstranten ignorierten die neuen Gesetze, wonach Ansammlungen von mehr als fünf Menschen illegal sind. Die Polizei schritt aber nicht ein, um das Gelände zu räumen. Die meisten der 200.000 Angestellten des öffentlichen Dienstes ließen ihrerseits einen Aufruf der Gewerkschaften zum Streik ungeachtet.

Samak versicherte erneut, dass die Sicherheitskräfte keine Gewalt anwenden wollen. Am frühen Dienstag waren rivalisierende Demonstranten in den Straßen Bangkoks mit Schlagstöcken und Messern aufeinander losgegangen. Ein Mann kam ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Die Demonstranten ließen kein Einlenken erkennen. "Wir verhandeln erst, wenn Samak zurückgetreten ist", sagte einer der Anführer.

(apa/red)

3.9.2008 21:46