Mittwoch, 3. September 2008

EU-Kandidatenstatus für Serbien möglich:
Beitritt für Barroso bei Reformwille denkbar

  • Aufruf zu Kooperation mit Kriegsverbrechertribunal
  • Beitritt bei "gutem Willen auf beiden Seiten" möglich

Serbien kann nach Worten von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso im nächsten Jahr offiziellen EU-Kandidatenstatus erhalten. "Es wird möglich sein, Serbien 2009 den Kandidatenstaus zu geben", sagte der Kommissionschef nach einem Treffen mit den serbischen Präsidenten Boris Tadic und Ministerpräsident Mirko Cvetkovic in Brüssel. Barroso schränkte ein, dies sei "keine Zusage", die Erfüllung hänge vom Reformwillen Serbiens und von den EU-Staaten ab, die darüber einstimmig entscheiden müssen.

Barroso rief Serbien insbesondere zur weiteren Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal (ICTY) auf. Auch müsse das im April unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der EU und Serbien zuerst ratifiziert sein. Sollte aber "guter Willen auf allen Seiten bestehen", so der Kommissionspräsident, wäre der EU-Kandidatenstatus für Serbien 2009 möglich.
(apa/red)

3.9.2008 18:59