Mittwoch, 3. September 2008

Klitschko warnt vor einem NATO-Beitritt der
Ukraine: Land in dieser Frage tief gespalten

  • Propaganda-Bilder der "bösen NATO" wirken nach
  • Russland wegen Kaukasus-Konflikt nicht verteufeln

Der ukrainische Boxer Witali Klitschko hat in einem Zeitungsinterview vor einer NATO-Mitgliedschaft seines Landes gewarnt. "Mir leuchtet ein, was eine Mitgliedschaft in der NATO der Ukraine bringt - aber ich halte sie trotzdem für gefährlich", sagte der 37-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit".

Das Land sei in dieser Frage tief gespalten. "Für die unter 30-Jährigen mag ein NATO-Beitritt akzeptabel sein, für die Älteren aber nicht." Zu viele Menschen seien in der ehemaligen Sowjetunion während des Kalten Krieges mit Propagandabildern der "bösen" NATO aufgewachsen.

Angst vor "böser Nato"
Klitschko warnte zudem davor, Russland wegen des Kaukasus-Konfliktes zu verteufeln. Er sehe keine Gefahr einer russisch-ukrainischen Auseinandersetzung um die ukrainische Halbinsel Krim. "Sicher ist es bedrohlich, wenn der eigene Nachbar sehr viel mächtiger ist, aber die Situation in der Ukraine ist mit Georgien nicht vergleichbar", sagte er. "Wir sollten einen kühlen Kopf bewahren."

Der Boxer hatte 2004 die Orangene Revolution unterstützt, die einen Regimewechsel in der Ukraine herbeiführte. Derzeit ist er Berater von Präsident Viktor Juschtschenko. (apa/red)

3.9.2008 12:07