Mittwoch, 3. September 2008

USA jetzt auch auf Pakistans Boden aktiv:
Bodentruppen töten angeblich 15 Menschen

  • Auf der Suche nach Al-Kaida-Kämpfern und Taliban
  • Versuchter Anschlag auf Pakistans Premierminister

Bei dem nach pakistanischen Angaben möglicherweise ersten grenzübergreifenden Bodeneinsatz von US-Truppen in Pakistan sind Berichten örtlicher Behörden zufolge mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter auch Frauen und Kinder. Außerdem wurde wenige Tage vor der Wahl eines neuen Präsidenten in Pakistan ein Anschlag auf die Wagenkolonne von Premierminister Gillani verübt - allerdings bevor der Premier eingestiegen war.

Ein Unbekannter schoss in der Nähe des Flughafens Islambad auf den Konvoi, mit dem Gillani abgeholt werden sollte. In ersten Meldungen hatte es geheißen, Gillani habe bereits in dem Wagen gesessen.

Der 56-Jährige habe wohlbehalten sein Büro erreicht, berichtete Informationsministerin Rehman. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Angriff internationaler Truppen in Pakistan
Die amerikanischen Soldaten seien mit drei Hubschraubern aus Afghanistan kommend in einem Dorf in der Stammesregion Süd-Waziristan im Nordwesten des Landes gelandet und hätten ein Haus gestürmt, berichteten Anwohner und Sicherheitskräfte übereinstimmend. Vermutlich seien sie auf der Suche nach hochrangigen Al-Kaida-Kämpfern und Taliban gewesen. Die von der Regierung in Islamabad kaum kontrollierte Gegend an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsgebiet der radikal-islamistischen Rebellen.

In dem Haus seien zehn Bewohner getötet worden, darunter drei Frauen und zwei Kinder. Als weitere Dorfbewohner in Panik ihre Häuser verließen, hätten die US-Soldaten in die Menge geschossen. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben.

Pakistans Verteidigungsminister Chaudhry Ahmed Muktar sagte, der Angriff werde untersucht. Fremde Truppen hätten keine Erlaubnis, militärisch auf pakistanischem Gebiet vorzugehen. Die US-Streitkräfte hatten bereits des öfteren Luftangriffe auf vermeintliche Al-Kaida-Lager in Pakistan geflogen. Auch dabei waren immer wieder Zivilisten getötet worden.
(apa/red)

3.9.2008 15:46