Rustikale Rhetorik beim Erntedankfest:
Molterer wettert am Heldenplatz gegen SPÖ
- Vizekanzler beruft sich auf starke Kraft in der Mitte
- Josef Pröll möchte "urbäuerliche Prinzipien" verfolgen

·Molterer: "Schlage
keine Purzelbäume"
NEWS: VP-Chef über die
schlechten Umfragewerte
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PLUS: Faymann in der Kanzlerfrage vor Molterer
Wahlkampfrhetorik nicht nur auf der Donauinsel, sondern auch beim Erntedankfest am Wiener Heldenplatz: "Gut arbeiten heißt: Zuerst säen, dann ernten", zog Vizekanzler Molterer Parallelen zwischen Politik und Landwirtschaft. Kritik übten Molterer und andere ÖVP-Spitzenvertreter bei ihren Reden vor allem am Noch-Koalitionspartner SPÖ.
Damit Österreich auf gutem Kurs bleibe, brauche es weder linke Hetzer noch rechte Träumer, sondern eine starke Kraft in der Mitte, warb der Vizekanzler auf der vom Bauernbund organisierten Veranstaltung für seine Partei. Für eine positive Zukunft des Landes brauche es soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stärke und Sicherheit. "Wir dürfen jedoch nicht mehr versprechen, als wir halten können", teilte der ÖVP-Spitzenkandidat eine Spitze in Richtung SPÖ aus.
Deutliche Worte von Pröll
Landwirtschaftsminister Pröll and etwas deutlichere Worte. Am 28. September stünden zwei Grundkonzepte zur Wahl: "Die, die alles versprechen, und schon am nächsten Tag alles wieder brechen werden, und die, die das urbäuerliche Prinzip verfolgen - nämlich zu säen, zu verdienen und zu verteilen." Hinsichtlich der Preissteigerungen bei Lebensmittel warnte der Minister davor, auf billige, politische Ankündigungen hereinzufallen.
"Es scheint, als würden die Faulen erst kurz vor dem Wahltag fleißig", kritisierte Wissenschaftsminister Hahn. So habe die Wiener ÖVP, deren Chef ebenfalls Hahn ist, bereits in der Vergangenheit mehrere Anträge für die Einführung eines Gratiskindergartens oder einen Gebührenstopp eingebracht. Diese seien jedoch von der SPÖ ausnahmslos abgelehnt worden. Deshalb sei es wichtig, Ende September die richtige Wahl zu treffen, sprach der Minister eine eindeutige Empfehlung aus.
Bereits vor den Festansprachen nahm Dompfarrer Toni Faber die Segnung der Erntefrüchte vor. Nach den Auftritten der Polit-Prominenz setzte sich schließlich der traditionelle Umzug der Erntewägen in Bewegung. Die zweitägige Veranstaltung stand heuer unter dem Motto: "Lust aufs Land".
(apa/red)
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