Kranzl überlegt es sich anders: Würde doch für neue Regierung zur Verfügung stehen
- Rücktritt vom Rücktritt wegen Wähler-Feedbacks
- Bissige Reaktion von VP-Seite auf Kranzls Umdenken
Staatssekretärin Christa Kranzl steht nach der Nationalratswahl für eine neue Bundesregierung doch wieder zur Verfügung. Kranzl hatte ursprünglich am 22. Juli erklärt, alle politischen Funktionen zurückzulegen, nachdem sie in ihrem Regionalwahlkreis Mostviertel bei einer Abstimmung um den ersten Listenplatz verloren hatte.
Im Internet hätten sich laut Kranzl 1.600 Personen auf eine Liste eingetragen, die ihren Verbleib in der Politik wollen. "Es ist eine breite Unterstützung der Bevölkerung, der Wähler, und natürlich gibt es manchmal unterschiedliches Denken in Funktionärskreisen", wurde Kranzl im ORF NÖ zitiert. Viele der 1.600 Privatpersonen hätten ihr gesagt, sie würden die SPÖ nicht wählen, wenn Kranzl nicht mehr zur Verfügung stünde, daher auch ihr Umdenken.
War Rückzug ein Fehler?
Kranzl könne sich ein Ministeramt in einer Regierung von SPÖ-Chef Werner Faymann vorstellen: "Das ist Entscheidung des Bundesparteivorsitzenden. Wenn diese Frage gestellt werden würde, dann könnte ich mir das durchaus vorstellen", sagte Kranzl. Angesprochen darauf, ob ihr vorschneller Rückzug im Juli ein Fehler gewesen sei, sagte Kranzl: "Jeder Mensch hat bessere und schlechtere Tage. Wenn ich einen guten Tag gehabt hätte, dann wäre die Entscheidung vielleicht anders abgelaufen". Im Wahlkampf wolle sich Kranzl nun "aktiv einbringen", mit SPNÖ-Chef, LHStv. Sepp Leitner, stehe sie laufend in Kontakt.
Kranzl hatte nach der verlorenen Abstimmung in ihrem Wahlkreis fehlende Geschlossenheit der SPNÖ kritisiert. Diese sei nicht gegeben gewesen, erklärte die Staatssekretärin nach der Wahlkreiskonferenz in Amstetten. Dabei war sie im Regionalwahlkreis Mostviertel hinter Abgeordneter Ulrike Königsberger-Ludwig auf Platz zwei gereiht worden. In der Folge teilte Kranzl den Verzicht auf eine Nationalrats-Kandiatur mit, wenig später erklärte sie, alle politischen Funktionen zurücklegen. Die Funktion als Staatssekretärin wird Kranzl noch bis zur Angelobung einer neuen Bundesregierung ausüben, hieß es damals.
Reaktion auf Rücktritt vom Rücktritt
Eine "massive Führungsschwäche des neuen SPNÖ-Vorsitzenden (LHStv., Sepp, Anm.) und wilde Streitereien in der SPNÖ um Posten" hat VPNÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner angesichts des Rücktritts vom Rücktritt von Staatssekretärin Christa Kranzl geortet. "Der Herr Leitner kann nicht einmal eine Partei führen. Das kommt eben raus, wenn man nur seine Selbstprofilierung im Kopf hat, dann geht es in der eigenen Partei drunter und drüber", so Karner. (apa/red)
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