Freitag, 5. September 2008

Strache und Molterer wetzten die Klingen: ÖVP-Chef in ganz ungewohnter Angriffslaune

  • news.at über heiße Wortduelle & emotionale Debatten
  • Strache in Defensive - Molterer gewinnt an Konturen

Ohne allzu große Jubelchöre für ÖVP-Chef Wilhelm Molterer anstimmen zu wollen, Heinz Christian Strache hat er beim TV-Duell der Spitzenkandidaten ganz klar in seine Schranken verwiesen. Hitzige Wortduelle, kleine verbale Untergriffe und eine durchwegs emotionale Debatte für die – man höre und staune - eindeutig der Spitzenkandidat der Volkspartei verantwortlich war.

Nachdem sich die ÖVP in den letzten Tagen und Wochen inhaltlich ungewohnt „flexibel“ zeigten (siehe 13. Kinderbeihilfe und einkommensabhängiges Kindergeld-Modell), scheint auch der erste Mann der Partei ganz neue Facetten präsentieren zu wollen. Dieses Mal war es eindeutig Strache, der sich bei der Angriffslustigkeit Molterers, zum hilflos anmutenden Zwischenrufer degradieren lassen musste.

Knapper Gewinner der news.at-Umfrage
Bei einer Abstimmung unter den news.at-Usern konnte kein klarer Gewinner des TV-Duells ausgemacht werden. Die Umfragewerte halten sich fast exakt die Waage. Zuletzt ging aber Molterer mit einem Vorsprung um eine Nasenspitze ( + 1,6 Prozent) knapp in Vorsprung.

“Weg der Mitte“
Moderatorin Ingrid Thurnher warf sehr früh die Reizwörter „Ausländerpolitik und Zuwanderer“ in die Runde und Strache schnappte auch artig zu. Wieder einmal erzählte er die Geschichte von Massenzuwanderung und kriminellen Asylanten doch Molterer nahm ihm den Wind aus den Segeln. „Wir brauchen keine linken Träumer aber auch keine rechten Hetzer. Wir brauchen den Weg der Mitte“, so der ÖVP-Chef. Wie schon von ihren Wahlplakaten zu vernehmen, wird auch die Volkspartei in der Schlacht um Stimmen auf den Zug „Integration und Zuwanderung“ aufspringen. In diesem Kontext attestierte Meinungsforscher Bachmayer nach dem letzten TV-Duell, Molterer wolle rechts der VP keinen Platz lassen.

Farbe für Molterer
Von Kritikern wurde er oft als etwas farblos bezeichnet, eine Spur zu handzahm. Im Duell mit Strache, der ob seiner offensiven Bissigkeit bekannt ist, zog Molterer aber ganz neue Saiten auf. Auf die Angriffe des BZÖ-Chefs konterte er überzeugend und beanspruchte zuletzt ganz die Rolle des Jägers und nicht des Gejagten. Fazit: Ein wichtiges Duell für Molterer, der die Chance nutzte, um an Konturen zu gewinnen.

(Muryati Vo)

5.9.2008 10:00