Sozialdemokraten droht ein Negativrekord:
Tiefstand von 33,2% laut Umfrage gefährdet
- FPÖ hofft auf den größten Zuwachs der Geschichte
- Allzeit-Rekord der ÖVP von 2002 dürfte fortbestehen

·SPÖ bei 13 Wahlen
stimmenstärkste Kraft
ÖVP eroberte den Thron
der Wählergunst 6 mal
·Wähler werden stets
unberechenbarer
Anteil der Wechselwähler
bereits bei 60 Prozent
·Kanzlerwahl ist eine
Sache von SPÖ & ÖVP
Die Großparteien stellten
jeweils 5 Bundeskanzler
·GRAFIK: Österreichs
Regierungen seit 1945
SPÖ und ÖVP stellten
jeweils 5 Bundeskanzler
·Koalitionen formten
seit '83 die Regierung
Rot-Schwarz dominiert
bei Koalitionsvarianten
Durchaus den einen oder anderen Rekord könnte die Nationalratswahl am 28. September bringen. Die SPÖ könnte, glaubt man den ersten Umfragen, mit einem Rekord-Minus auf den historischen Tiefststand fallen; auch die ÖVP könnte das schlechteste Resultat der Zweiten Republik einfahren. Im Gegenzug könnte die FPÖ den größten Zuwachs seit Bestehen schaffen.
Ihr bisheriges historisches Tief setzte es für SPÖ und ÖVP 1999 - wobei die ÖVP mit 26,9 Prozent noch klar hinter der SPÖ mit 33,2 Prozent lag. Auch das größte Minus fiel bei den Schwarzen (9,2 Prozentpunkte 1990) deutlicher aus als bei der SPÖ (7,9 Punkte 1994).
Dafür hat die ÖVP 2002 den Zuwachsrekord für alle NR-Wahlen seit 1945 gebrochen: Plus 15,4 Prozentpunkte hat auch die FPÖ in ihrer besten Zeit unter Jörg Haider nicht geschafft. Der von den Blauen damals, 1990, gesetzte Zuwachsrekord waren "nur" 6,9 Punkte.
FPÖ könnte neuen Höchstwert erzielen
Diesen nun nur mehr parteiinternen Höchstwert könnte die FPÖ heuer laut den Umfragen überbieten. An das beste Ergebnis - 26,9 Prozent 1999 - wird sie wohl aber nicht herankommen. Denn nach dem Rekord-Verlust (minus 16,9 Prozentpunkte) von 2002 und einem nur leichten Zugewinn 2006 liegt sie aktuell auf nur 11,04 Prozent.
Für die Grünen waren die 11,05 Prozent des Jahres 2006 das beste und erste zweistellige Ergebnis seit ihrem Bestehen, der Zuwachs von 1,6 Prozentpunkten allerdings bei weitem nicht der größte: Das waren 2,6 Prozentpunkte im Jahr 1999.
Zweistellige Zugewinne oder Verluste waren bei den bisher 19 Nationalratswahlens ehr rar: Nur die erwähnten 15,4 Punkte Plus der ÖVP und 16,9 Punkte Minus der FPÖ, jeweils 2002, gab es bundesweit. Bis dahin veränderten sich nur einzelne Landesergebnisse zweistellig: So fiel die ÖVP 1949 und 1990 in einigen Ländern um mehr als zehn Prozentpunkte zurück, die SPÖ 1994 in Wien. 2006 ereilte die FPÖ in Kärnten dieses Schicksal: 16,4 Prozentpunkte verlor sie in dem von Jörg Haider und dem BZÖ regierten Land. Knapp zweistellige Gewinne konnte bis 2002 nur die FPÖ verbuchen, 1986 in Kärnten und 1990 in Wien.
(apa/red)
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