Dienstag, 26. August 2008

Österreicher kaufen mehr Spritfresser:
Portugal im EU-Vergleich am sparsamsten

  • VCÖ-Studie: BMW erreichte die größte Verbesserung
  • Strengere Vorgaben für die Autohersteller gefordert

In Österreich werden mehr Spritfresser gekauft als in anderen EU-Ländern. Das zeigt eine aktuelle Studie des europäischen Dachverbandes des VCÖ, Transport & Environment. Der Spritverbrauch und CO2-Ausstoß von Österreichs Neuwagen ist im Schnitt um 13 Prozent höher als der Neuwagen in Portugal. Bei den Autokonzernen erreichte BMW die größte Verbesserung, Verbrauch und CO2-Ausstoß wurden innerhalb eines Jahres um gute sieben Prozent verringert.
Der VCÖ fordert strengere Vorgaben für die Autohersteller.

"Österreichs Neuwagenflotte verbraucht im EU-Vergleich viel Sprit. Das bedeutet höhere Kosten für die Autofahrer und belastet die Umwelt", fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen das Ergebnis der aktuellen Studie zusammen. 298.182 Pkw wurden im Jahr 2007 in Österreich neu zugelassen. Im Durchschnitt verursachen sie 162 Gramm CO2 pro Kilometer, das entspricht einem Verbrauch pro 100 Kilometer von 6,2 Liter Diesel bzw. 6,9 Liter Benzin. Österreich liegt im EU15-Vergleich nur an achter Stelle und schneidet auch schlechter ab als Ungarn und Slowenien.

Portugal auf Platz eins
Die sparsamste Neuwagenflotte hat Portugal mit 142 Gramm CO2 pro Kilometer, vor Italien (146) und Frankreich (148). Eine VCÖ-Berechnung zeigt das Entlastungspotenzial in Österreich: Sinkt der Verbrauch von Österreichs Neuwagen auf den Wert Portugals, dann werden um rund 85.000 Tonnen weniger CO2 verursacht und die Neuwagenkäufer müssten pro Jahr um 33,9 Millionen Liter weniger Sprit tanken. "Jeder Neuwagenkäufer würde sich rund 150 Euro pro Jahr an Spritkosten sparen", verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen.

Die im Jahr 2007 in den untersuchten 18 EU-Staaten gekauften 14,2 Millionen Neuwagen verbrauchten im Durchschnitt um 1,7 Prozent weniger Sprit als im Jahr 2006. Die rot-weiß-rote Neuwagenflotte ist nur um 0,5 Prozent sparsamer geworden.

BMW senkte Spritverbrauch
Die einzelnen Autohersteller machten beim Klimaschutz sehr unterschiedliche Fortschritte. BMW schaffte es, den CO2-Ausstoß seiner Neuwagenflotte um gute 7,3 Prozent zu verringern. "Das Beispiel BMW zeigt, dass es für Autohersteller möglich ist, den Spritverbrauch und den CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Viele Hersteller reagieren noch zu langsam, die EU muss deshalb niedrigere Grenzwerte forcieren", betont Rasmussen.

Citroen am sparsamsten
Die sparsamste Autoflotte wird von PSA Peugeot-Citroen und Fiat mit jeweils durchschnittlich 141 g CO2 produziert. Ebenfalls am Podest als Drittplatzierter Renault mit 146 g CO2 / km. Die beliebteste Automarke von Herrn und Frau Österreicher, VW, erreicht mit 163 g CO2 / km den 10. von 14 Plätzen.

VCÖ fordert strengere Vorgaben
Der VCÖ fordert angesichts der steigenden Spritpreise niedrigere CO2-Grenzwerte für die Autohersteller. "Ziel muss das 3 Liter Auto als Standard sein. Ein 3-Liter Auto hat einen CO2-Ausstoß von rund 80 Gramm pro Kilometer", hält Rasmussen fest.

(red)

26.8.2008 10:44