Montag, 25. August 2008

Grapefruits nicht mit Medikamenten mixen:
Auch bei Äpfeln & Orangen Vorsicht geboten

  • Führt zu gefährlicher Wirkstoff-Konzentraion im Blut
  • Experten raten: Arzneien nur mit Wasser einnehmen

Seit Jahren warnen Ärzte Patienten davor, viele Medikamente zusammen mit Grapefruits einzunehmen. Der Grund: Inhaltsstoffe der Zitrusfrüchte hemmen ein Enzym in der Leber, so dass die im Blut gelösten Wirkstoffe schlechter abgebaut werden und gefährliche Konzentrationen erreichen können.

Der kanadische Pharmakologe David Bailey, der diese Wechselwirkung vor rund 20 Jahren entdeckte, berichtet nun von einem weiteren Mechanismus, über den Grapefruits, aber vermutlich auch Orangen und Äpfel den Effekt von Arzneimitteln beeinflussen. Der Forscher der Universität von Western Ontario ließ Probanden das Allergiemittel Fexofenadin entweder zusammen mit Wasser oder aber mit Grapefruitsaft einnehmen. In Kombination mit dem Fruchtsaft gelangte nur etwa die Hälfte des Wirkstoffs ins Blut, wie Bailey auf einer Tagung in Philadelphia berichtete.

Die Spitze des Eisbergs
Offenbar blockiert der Stoff Naringin, der Grapefruits den bitteren Geschmack verleiht, ein Protein, das für den Transport der Medikamente vom Dünndarm ins Blut sorgt. Betroffen davon sind das Krebsmittel Etoposid, verschiedene Betablocker, das Immunsuppressivum Cyclosporin und diverse Antibiotika. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt der Mediziner. "Wir werden sicher noch mehr Medikamente finden, die dadurch beeinflusst werden."

Auch Orangen und Äpfel scheinen laut Bailey die Aufnahme von Wirkstoffen ins Blut zu hemmen. Bei Orangen liege dies vermutlich an dem Stoff Hesperidin, bei Äpfeln sei die verantwortliche Substanz noch nicht identifiziert. Bailey rät, Medikamente zusammen mit Wasser einzunehmen. (apa/red)

25.8.2008 09:46