Montag, 20. Oktober 2008

Trotz Konsumflaute herrscht Digital-Boom:
Unterhaltungselektronik wird weiter gekauft

  • EM und Olympische Spiele sorgen für Kaufrausch
  • Markt für analoge Technologien bricht weiter ein

Der Konsumflaute zum Trotz läuft das Geschäft mit Flachbildschirmen, DVD-Rekordern und Digitalkameras prächtig. Der Markt für digitale Unterhaltungselektronik wächst 2008 in Deutschland um voraussichtlich 5,4 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro, wie der Bundesverband Informationswirtschaft Bitkom kurz vor Beginn der Internationalen Funkausstellung in Berlin bekanntgab. Allein die Umsätze mit Flachbildschirmen dürften um 15,7 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro steigen. Für den nötigen Schwung sorgten vor allem Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele.

Zum Markt für digitale Unterhaltungselektronik zählen neben Flachbildfernsehern, Digitalkameras und DVD-Rekordern digitale Aufnahmemedien und MP-3-Player, nicht jedoch Handys, Notebooks oder PCs. "Im Frühjahr waren wir noch von 2,4 Prozent Wachstum ausgegangen. Fußball-EM und Olympische Spiele haben dem Markt zusätzlichen Schwung gegeben", erklärte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg.

Analoge Technologie bricht ein
Der Markt der analogen Unterhaltungselektronik, also etwa Videorekorder, Stereoanlagen und Röhrenfernseher, schrumpft hingegen den Angaben zufolge um über 20 Prozent auf 0,8 Mrd. Euro. Unter dem Strich wird der Gesamtmarkt der Unterhaltungselektronik damit um 3,3 Prozent auf 13,2 Mrd. Euro wachsen. Basis für die Prognose ist eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des European Information Technology Observatory (EITO).

Sowohl Plasma- als auch LCD-Fernseher werden immer beliebter. Allerdings verschieben sich die Marktanteile in Richtung LCD-Geräte, wie Berg sagte. "Wir erwarten, dass 2008 rund fünf Mio. Flüssigkristallfernseher verkauft werden, 31 Prozent mehr als im vergangenen Jahr", sagte Berg. Die Zahl der verkauften Plasma-Fernseher steige voraussichtlich um 19 Prozent auf 630.000.

Digitale Fotigrafie
Der Markt für digitale Fotoapparate steht für fast 16 Prozent des gesamten Unterhaltungselektronik-Umsatzes. Er bleibe mit einem Umsatz von über zwei Mrd. Euro auf einem hohen Niveau.

Derweil warnt die Stiftung Warentest vor dem Kauf von zu großen Flachbild-Fernseher. "Viele haben sich verkauft und stellen erst zu Hause fest, dass der neue Fernseher viel zu groß ist. Das täuscht in Geschäften unheimlich", erklärte die Projektleiterin der Stiftung, Jenny Braune, im AP-Interview.

Sie riet davon ab, Full HD-Fernseher zu kaufen. Geräte mit der geringeren HD-ready-Auflösung reichten völlig aus. Das analoge Kabelfernsehen habe eine niedrige Auflösung und müsse auf die höhere Auflösung des LCD-Fernsehers hochgerechnet werden, begründete sie ihren Rat. Je größer der Unterschied sei, desto mehr sehe man das. Es sehe dann einfach unscharf aus und die Farbtiefe fehle. Für einen guten LCD-Fernseher müsse man mindestens 800 Euro investieren.
(apa/red)

20.10.2008 10:29