Mittwoch, 27. August 2008

Die Angst geht um in Österreich!

  • So gehen Verbrecher vor, so schützen Sie sich

Jeder siebte Österreicher wurde bereits Opfer von Räubern, Dieben oder Einbrechern. So gehen die Verbrecher vor, so schützen Sie sich jetzt.

Für Susanne K. war es ein schöner Freitagabend. Zuerst ging es ins Kino zur Premiere des neuen „Batman“-Films und danach noch auf ein Gläschen Wein in eine nahe gelegene Bar. Als sie jedoch kurz vor Mitternacht die Tür zu ihrer Wohnung aufsperren wollte, fand für die Wienerin der bislang beschaulich verlaufene Abend ein jähes Ende.

„Ich habe sofort bemerkt, dass da etwas nicht stimmt“, erinnert sich die 39-Jährige, „denn das Türschloss war durchgestochen, und die Tür selbst stand einen Spalt breit offen.“ Ein Einbruch, ein Fremder in den eigenen vier Wänden, ein Verbrecher bei mir zuhause – es ist die Schreckens­vision eines jeden, und für Susanne K. wurde sie am vergangenen Freitag Wirklichkeit . „Ich traute mich anfangs gar nicht in meine Wohnung“, schildert sie nun, „da ich ja nicht wusste, ob sich darin nicht auch noch der Einbrecher befand.“ Als sie schließlich doch die Tür aufstieß, bot sich ihr ein Bild des Schreckens: Wohn- und Schlafzimmer glichen einem Schlachtfeld, alles war zerwühlt, Schubladen wahllos herausgerissen, die Kleidung über den Boden verstreut. „In dem Durcheinander konnte ich zu Beginn gar nicht feststellen, was eigentlich gestohlen worden war“, sagt K., die erst Stunden später eine Übersicht über den entstan­denen Schaden bekam. Und der ist beträchtlich. Immerhin nahm der Einbrecher nicht nur den Schmuck und den Laptop der Frau mit, sondern auch ihre Sparbücher und eine ordentliche Portion Bares. Alles in allem ein Verlust von mehr als 20.000 Euro.

56 Einbrüche pro Tag. Susanne K. ist erschüttert, denn nie hätte sie zuvor angenommen, selbst einmal zum Opfer eines Einbruchs zu werden. Ein Irrglaube, wie sich zeigte, denn auch in Österreich zählen diese längst zum Alltag. 56-mal täglich wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres in Wohnungen und Einfamilienhäuser eingebrochen. Damit ist die Gesamtzahl von 10.285 Einbrüchen bis Ende Juni des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent zurückgegangen.

Doch auch wenn das Innenministerium auf eine positive Statistik verweist – ob das zugleich bedeutet, dass die Kriminalität im Sinken begriffen ist, wird von Experten bezweifelt. Denn jeder Siebte wurde schon einmal Opfer eines Einbruchs oder Diebstahls – jeder Dritte kennt ein Verbrechensopfer persönlich.

Nur 16 Prozent schützen sich. Eine mögliche Erklärung für die Diskrepanz zwischen Statistik und dem tatsächlichen Empfinden der Bevölkerung liefert Peter Jedelsky, Leiter des kriminalpolizeilichen Beratungsdienstes in Wien: „Wenn man selbst schon Opfer eines Einbruchs oder Diebstahls geworden ist, nimmt man die Kriminalitätslage gänzlich anders wahr – und ist auch sensibler, was die Prävention betrifft.“ Der Kriminalist weiß aus seinem Alltag zu berichten, dass die Bereitschaft zur Verbrechensprävention durchaus vorhanden ist – auch wenn nur rund 16 Prozent der Österreicher bereits konkrete Maßnahmen ergriffen haben, um sich vor ungebetenen Besuchern oder Dieben zu schützen.

Im Schnitt 10.000 Euro Schaden. Immerhin: Jeder Zweite denkt generell darüber nach, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Und, was positiv ist: „90 Prozent der Österreicher haben eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung abgeschlossen. Das ist sehr zu empfehlen. Denn: Der Schaden bei einem Einbruch liegt durchschnittlich bei 10.000 Euro“, so Wolfgang Reisinger von der Wiener Städtischen Versicherung. Die Versicherer würden sich wünschen, dass ihre Kunden mehr in Vorsorge und Sicherungsmaßnahmen investierten. „Denn bei einem Einbruch verliert man auch nicht ersetzbare ideelle Werte, wie etwa vererbten Familienschmuck“, weiß Uniqa-Vorstand Peter Michael Lackner, „und, was oft noch schlimmer ist: Das individuelle Sicherheitsempfinden geht verloren.“

Die ganze Geschichte finden Sie im aktuellen NEWS-Magazin 35/2008

27.8.2008 16:39