Der Kampf um den 'kleinen Mann': SP-Chef Faymann gegen die FPÖ und Jörg Haider
- Rot gegen Blau-Orange: 'Anti Teuerungs-Paket'
- Das brutale Match um die Stammtischhoheit!

Der SP-Chef will mit seinem Anti-Teuerungs-Paket das Match gegen FPÖ und Haider gewinnen. Die schlagen jetzt in NEWS zurück.
Wieso greift ihr die Schwarzen nicht viel stärker an? Wieso unternehmt ihr nichts?, wurde Werner Faymann in den letzten Wochen immer wieder von seinen eigenen frustrierten roten Parteifreunden quer durch Österreich gefragt. Er solle endlich den sanften Kurs zu den Schwarzen beenden und mit Blau, Grün und Orange gegen die ÖVP stimmen, forderten die Seinen immer wieder. Und so musste der rote Spitzenkandidat eben einen Monat vor der Nationalratswahl am 28. September seine bisherige Schmusewahlkampflinie aufgeben. Die Samthandschuhe des potenziellen Regierungschefs hat er jetzt gegen den Kampfanzug eines roten Sozialfighters eingetauscht. Ab nun wird wieder gestritten, heißt die neue rote Losung. Und zwar richtig.
Seit Faymann Anfang der Woche das für seinen schwarzen Koalitionspartner völlig überraschende Fünf-Punkte-Paket gegen die Teuerung und für die Abschaffung der Studiengebühren präsentiert und angekündigt hat, auch gegen die ÖVP zu stimmen, fühlt sich die SPÖ jedenfalls wieder im Aufwind, während die ÖVP noch ihre Wunden leckt. Tatsächlich zeigt die aktuelle NEWS-market-Umfrage, dass sich die rote Populismusoffensive offenbar auszahlt: Erstmals seit Monaten führt die SPÖ mit 28 Prozent wieder leicht vor der ÖVP, die auf 26 Prozent abstürzt. Bei einer Nationalratssitzung am 18. September will Faymann seinen Coup vollenden und gemeinsam mit der Opposition sein Paket durchbringen. Und dann zehn Tage später als Nummer eins durch die Ziellinie gehen. So richtig wohl in seiner Haut fühlt sich Faymann freilich auch wieder nicht.
Kampf um Stammtische. Denn der Kampf um Platz eins ist alles andere als ein Spaziergang sans souci für die SPÖ. Immerhin sind sich sämtliche Meinungsforscher und Politologen einig, dass die Glaubwürdigkeit der SPÖ während der letzten eineinhalb Jahre rot-schwarzer Regierung extremen Schaden erlitten habe. Zudem muss sich der ehemalige Wiener Wohnbaustadtrat Faymann auch noch mit Blau und Orange ein beinhartes Match um die sogenannte Stammtischhoheit in Österreich liefern. Wie schon in den Neunzigerjahren laufen derzeit schließlich jede Menge rote Wähler zu den Populisten Heinz-Christian Strache und Jörg Haider über. Mit seinem sozialpopulistischen Schachzug versucht Faymann jetzt seine Wähler zurückzuerobern.
Tatsächlich sind seine Forderungen äußerst populär. Die ständig steigenden Preise und das Gefühl, immer weniger Geld in der Brieftasche zu haben, erzürnen die Menschen zunehmend. Hat Faymann nun also den entscheidenden Coup in seinem erbitterten Kampf um Platz eins gelandet? Hat er mit seinen Wahlzuckerln das Herz der enervierten Österreicher gewinnen können?
Strache/Haider kontra Faymann. Nicht unbedingt. Das kurzfristig äußerst erfolgreich wirkende Faymann-Paket könnte sich schließlich noch zum Bumerang entwickeln. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und sein oranger Rivale Jörg Haider freuen sich im NEWS-Gespräch zwar über die roten Avancen, kündigen aber gleichzeitig an, dass sie viel weitreichendere Pakete gegen die Teuerung wollen.
Lesen Sie die ganze Story im aktuellen NEWS-Magazin 35/2008
