Teil 1 der NEWS - Serie zur Zahngesundheit: Die richtige Ernährung für gesunde Zähne

Die Ernährung spielt für die Zahngesundheit eine entscheidende Rolle. Die Nahrungsauswahl beeinflusst sowohl Aufbau und Härte der Zähne als auch die Entstehung und Vorbeugung von Karies.
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Nicht allein der Verzicht auf Süßigkeiten macht eine zahngesunde Ernährung aus. Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn man sich zahngesund ernähren möchte.
* Bereits in Schwangerschaft und Stillzeit werden die Zähne des Kinds angelegt; daher muss während dieser Zeit eine ausreichende Versorgung der Mutter mit den Nährstoffen, die für die Bildung der Zahnsubstanz essenziell sind, gewährleistet sein.
* Die Konsistenz unserer Nahrung ist zunehmend weicher geworden. Dadurch sind die mechanische Reinigung sowie ein im sinnvollen Maß stattfindender Zahnabrieb eingeschränkt.
* Zucker- und stärkehaltige Speisen bieten den Bakterien unserer Mundhöhle die Grundlage für die Säureproduktion, die wiederum Karies nach sich zieht.
* Wichtig im Zusammenhang mit der Aufnahme kariogener Nahrungsmittel sind der Einnahmezeitpunkt und die Verzehrhäufigkeit.
* Auch die Gesundheit des Zahnfleischs hängt stark von einer vollwertigen Ernährung ab.
Wenig gekaut
Unsere im Vergleich zu der unserer Urvölker sehr "weiche" Nahrung bedingt eine verminderte Kauleistung, wodurch weniger Speichel produziert wird. Der Speichel ist jedoch für eine Selbstreinigung der Zähne unentbehrlich. Weiterhin zieht die über den Tag verteilte Aufnahme von Süßigkeiten und Stärkeprodukten eine massive Plaque-Bildung (Bakterien-Beläge auf den Zähnen) nach sich. Die Plaque-Bakterien produzieren zahnzerstörende Säuren, und die verminderte Speichelproduktion kann einen selbstreinigenden Ausgleich nicht mehr gewährleisten. Die Folge: Karies, ein "Loch im Zahn", entsteht.
Zucker, das "Nahrungsmittel" der säureproduzierenden Bakterien, ist zu einem Hauptbestandteil unserer Nahrung geworden. Seine Aufnahme ganz zu vermeiden oder zu verbieten, ist eine illusorische Vorstellung. Es gibt jedoch einige Grundregeln bezüglich der Aufnahme von Zucker, die eine Kariesentstehung deutlich mindern können.
Essenstipps für gesunde Zähne
* Süßigkeiten nicht über den ganzen Tag verteilt einnehmen (Bonbons, zuckerhaltige Kaugummis, Schokolade, süße Getränke etc.): Wenn Süßes verzehrt wird, dann am besten direkt nach den Hauptmahlzeiten. Im Anschluss daran sollten die Zähne gereinigt werden.
* Achtung vor "versteckten Zuckern": Produkte wie Müsli, Joghurt, Ketschup und Senf können viel Zucker enthalten, ebenso viele Getränke wie beispielsweise süße Limonaden
* Honig mit Vorsicht genießen: Er besitzt eine hohe Kariogenität, d.h. ein großes Vermögen, Karies hervorzurufen. Honig besteht ausschließlich aus einfachen Zuckern. Außerdem hat Honig eine klebrige Konsistenz und haftet somit gut an den Zähnen (langer Kontakt).
* Auch Stärkeprodukte, z.B. Gebäck und auch Kartoffelchips, sind sehr kariogen (kariesfördernd)
* Die Darbietungsform der Nahrungsmittel beachten: Der Verzehr von Obst ist besser als der Verzehr von Obstsaft.
* Nicht auf die in der Werbung häufig angepriesenen Milchprodukte für Kinder hereinfallen: Was süß schmeckt, ist meistens auch zuckerhaltig, also immer auf die Packung schauen.
* Zahnfreundliche Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Süßstoffe wie Saccharin und Cyclamat anstelle von Zucker einsetzen.
Achtung Obst
Auch säurehaltige Nahrungsmittel, wie beispielsweise Obst und Fruchtsäfte, können den Zahn schädigen. Häufig reicht die Speichelproduktion nicht mehr aus, um die Säure, die den Zahnschmelz schädigen kann, zu neutralisieren. In diesem Zusammenhang sollte man besonders beachten, dass unmittelbares Zähneputzen nach der Aufnahme saurer Speisen die schädigende Wirkung verstärkt. Der durch den Säureangriff demineralisierte Zahnschmelz wird durch die Zahnbürste noch weiter abgerieben. Daher sollte man den Mund mit klarem Wasser spülen oder zuckerfreie Kaugummis kauen, um die schnelle Neutralisation der Säure zu unterstützen.
Es gibt eine Vielzahl von Nährstoffen, die für den Körper lebensnotwendig sind und bei einem Mangel erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.
Gesunde Ernährung für die Zähne
Rohkost und Vollkornprodukte sind gut für die Zähne, denn es nützt den Zähnen, wenn sie ordentlich kauen müssen:
So wird mehr Speichel gebildet, und die Spucke neutralisiert nicht nur Säuren, sondern gibt auch dem Zahnschmelz verlorene Mineralien zurück. Außerdem schleift dabei der Speisebrei Beläge von den Oberflächen und massiert das Zahnfleisch. Aber es ist nicht nur wichtig, daß wir kauen, sondern auch was wir kauen: Manche Lebensmittel sind nämlich besonders reich an Stoffen, die Zahnfleisch und Zähne stärken und schützen.
Brokkoli
Der Kohl ist wie gemacht für gesundes Zahnfleisch und wehrhafte Zähne, denn er liefert viel Vitamin K, C, Kalzium, Folsäure und Phosphor.
Hering
Fetter Seefisch ist eine gute Quelle für Vitamin D, und der Hering ist besonders praktisch, da es ihn auch in Konserven zu kaufen gibt, sodaß er immer verfügbar ist.
Käse
Milchprodukte sind gute Kalziumquellen, Käse ganz besonders.
Da Kariesbakterien mit Fett nichts anfangen können, wird es den Zähnen nicht gefährlich. Außerdem macht Käse aggressive Säuren unschädlich.
Naturjoghurt
Ein leicht verdauliches und vielseitig einsetzbares Milchprodukt, das Kalzium und Folsäure liefert. Die enthaltenen lebenden Bakterien wirken gegen Mundgeruch und vermindern offenbar auch Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen.
Paprika
Das Gemüse enthält mehr Vitamin C als Zitronen, dazu Vitamin E und Folsäure. Vor allem rote, gelbe und orangefarbene Schoten enthalten besonders viel Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt.
Petersilie
Das Kraut hat fast alles, was Zähne brauchen, und davon sogar reichlich: Vitamin C und A sowie Carotin. Außerdem Fluor und Kalzium.
Tee
Grüner und schwarzer Tee enthalten Polyphenole - sekundäre Pflanzenstoffe, die Karies und Mundgeruch verursachende Bakterien bekämpfen. Im Speichel hemmen sie das Enzym Amylase, das lange Kohlenhydrateketten in Einfachzucker zerlegt. Offenbar lässt der Gerbstoff Catechin ein bestimmtes Kariesbakterium verhungern. In Tee steckt sehr viel Fluor. Grüner Tee liefert zudem Vitamin C und Carotin.
Weizenkeime
Mit dem Wertvollsten aus dem Korn bekommen Sie Vitamin E, Folsäure und Phosphor.
Wenn Sie abends nach dem Zähneputzen noch Hunger kriegen, greifen Sie nicht zur Schokolade, sondern lieber zu einem Stück Käse oder Dauerwurst. Mit Fett und Eiweiß können die Karies verursachenden Bakterien kaum etwas anfangen. Vorsichtshalber sollten Sie sich aber hinterher noch einmal die Zähne putzen. Trinken Sie schwarzen oder grünen Tee zu Kuchen und süßen Nachtischen. Das verdünnt den Zucker, und das Fluor im Tee stärkt den Zahnschmelz.
Liebe mehr auf einmal
Naschen Sie Schokolade und Süßigkeiten nicht über längere Zeit hinweg, denn sonst sind Ihre Zähne über Stunden den sauren Zersetzungsprodukten der Bakterien ausgesetzt. Eine ganze Tafel auf einmal schadet Ihren Zähnen weniger.
Entschärfen Sie den Säureangriff von Fruchtsäften, Wein, Limonaden und sauren Süßigkeiten mit einem Glas Wasser, Milch oder einem Stück Käse. Auch ein zuckerfreies Kaugummi hilft, den pH-Wert im Mundraum wieder zu neutralisieren.
Für Zähne besser keine Brausetabletten
Warten Sie mit dem Zähneputzen, nachdem Sie Wein oder Fruchtsaft getrunken haben, eine halbe bis eine Stunde, sonst schrubben Sie den angegriffenen Zahnschmelz noch zusätzlich runter. Wenn Sie zum Frühstück Orangensaft trinken, putzen Sie sich die Zähne besser vorher als direkt danach. Vitamin C hilft gegen Zahnfleischentzündungen und tötet Kariesbakterien - ist aber eine Säure: Ascorbinsäure. Die greift in purer Form, etwa in Vitamin-Brausetabletten, den Zahnschmelz an. Für die Zähne ist es deshalb besser, wenn wir das Vitamin in seiner natürlichen Verpackung zu uns nehmen - also zum Beispiel in einer Paprika.
Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS.
Quellen: Bundeszahnärztekammer: Patienteninformation Mundgesundheit ist Lebensqualität. (Stand: 09/2004), dgzmk.de , kzbv.de, Kräuterverzeichnis.de
