Montag, 1. September 2008

9,8 Milliarden Euro schwere Fusion: Allianz verkauft Dresdner Bank an Commerzbank

  • Größter deutscher Banken-Verkauf seit Jahren
  • Fusion könnte bis zu 10.000 Arbeitsplätze kosten

Eine der größten Bankenfusionen der deutschen Wirtschaftsgeschichte ist perfekt: Die Allianz verkauft die Dresdner Bank für 9,8 Milliarden Euro an die Commerzbank und wird größter Aktionär der neuen Bank. Das neue Institut rückt Branchenprimus Deutsche Bank deutlich näher. Laut Commerzbank gehen durch die Fusion rund 9.000 der zusammengerechnet 67.000 Arbeitsplätze verloren.

Der Zusammenschluss sei "ein Meilenstein" in der Neuordnung des deutschen Bankensektors, erklärte Allianz-Chef Michael Dieckmann. "Wir haben mit diesem Schritt die beste Lösung für die Dresdner Bank gewählt." Als "starke Bank" könne das neue Instiut "langfristig sichere Arbeitsplätze" bieten, erklärte Dieckmann. Eingefädelt wurde der Deal von Commerzbank-Chef Martin Blessing, der Deutschlands zweitgrößte Bank erst seit Mitte Mai führt, und Allianz-Chef Diekmann. Am Montag wollen die Konzerne Details zur Fusion bekannt geben.

Deal bis Ende 2009 abbeschlossen
Der Deal soll spätestens Ende 2009 abgeschlossen werden. Ein Großteil der Übernahme erfolgt durch die Ausgabe neuer Commerzbank-Aktien an die Allianz. Im Endeffekt strebe der Versicherungskonzern eine Beteiligung an der neuen Bank von knapp 30 Prozent an. Darüber hinaus zahle die Commerzbank 2,5 Milliarden in bar an Allianz, wobei etwa eine Milliarde als Deckung für das Wertpapierportfolio zurückgehalten wird. Die Allianz erhält darüber hinaus die mit 700 Millionen Euro bewertete Commerzbank-Fondstochter Cominvest.

Die Commerzbank teilte mit, es würden durch die Fusion rund 9.000 Vollzeitstellen gestrichen, davon 2.500 im Ausland. Das neue Institut kommt auf eine Bilanzsumme von 1,1 Billionen Euro und rückt so näher an die Deutsche Bank, der mit rund 2,02 Billionen Euro den Markt dominiert.

Knapp 3 Mrd. Euro Belastungen
Die Dresdner Bank war infolge der seit Sommer 2007 tobenden Finanzmarktkrise tief in die Verlustzone gerutscht, nach letzten Zahlen türmten sich knapp drei Milliarden Euro Belastungen auf. Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für rund 23 Milliarden Euro übernommen und teuer saniert. Laut Medienbericht kostet der Verkauf die Allianz nochmals einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

(apa/red)

1.9.2008 07:56