Samstag, 30. August 2008

Alitalia meldet Insolvenz an: Weniger als 5.000 Jobs sollen Rettung zum Opfer fallen

  • Arbeitsminister glaubt an Einigung mit Gewerkschaft
  • Insolvenz erster Schritt auf Weg zu Konzernumbau

Im Zuge der Alitalia-Rettung werden bei der krisengeschüttelten italienischen Fluggesellschaft weniger als 5.000 Stellen gekürzt werden. Dies betonte Arbeitsminister Sacconi, der mit den Gewerkschaften über den Jobabbau bei Alitalia zu verhandeln beginnen wird.

"Ich bin sicher, dass es diesmal zu einer Einigung mit den Gewerkschaften kommen wird, weil die Alternative nur noch die Pleite der Alitalia ist. Mit den Gewerkschaften werden wir auch über den Rettungsplan, nicht nur über den Jobabbau diskutieren", sagte Sacconi zur Tageszeitung "La Repubblica".

"Ohne die Zustimmung der Gewerkschaften werden wir nichts unternehmen", hatte auch der Chef der Mailänder Bank Intesa San Paolo, Corrado Passera, erklärt. Die Regierung in Rom hatte die Bank als Berater für die Alitalia-Hilfsbemühungen verpflichtet. Passera zeigte sich zuversichtlich, dass ein ausländischer Partner sich für die Rettung der Alitalia mitengagieren werde. Lufthansa und Air France-KLM verhandeln bereits mit Alitalia, hieß es in Rom.

Insolvenz-Antrag
Alitalia hatte zuvor einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Damit wurde der erste Schritt auf dem Weg zu einem Umbau und einer Verschlankung eingeleitet, womit das Unternehmen gerettet werden soll.

Das italienische Kabinett machte am Donnerstag mit einer Gesetzesänderung den Weg zur Rettung von Alitalia frei. Danach soll die Fluglinie in zwei Gesellschaften aufgespalten werden. Die eine übernimmt die profitablen Bereiche, in die investiert wird. Die andere Gesellschaft übernimmt die Verbindlichkeiten und wird unter Insolvenzrecht gestellt. Die dazu nötige Änderung des Insolvenzrechts wurde im Kabinett bewilligt.

(apa/red)

30.8.2008 19:22