Montag, 25. August 2008

Zweifelhafter Rekord: Olympia beschert China Mega-Umsätze mit Fälschungen

  • Kleidung und Souvenirs im Wert von vielen Mio. Euro
  • Eine Million Kunden stürmten allein den Seidenmarkt

Chinas Kleidungsverkäufer haben während der Olympischen Spiele einen Rekordumsatz mit gefälschten Markenartikeln erzielt. Obwohl die chinesischen Behörden nach Protesten von Markenherstellern aus aller Welt verstärkte Kontrollen angekündigt hatten, erklärten die beiden größten Märkte der Hauptstadt, sie hätten bis zu viermal mehr verdient als im Vorjahr.

Fast eine Million Kunden, davon 80 Prozent Ausländer, stürmten demnach allein Pekings größten Kleidermarkt, den Seidenmarkt. Damit hätten die Verkäufer 15,7 Prozent mehr Kundschaft bedient als im vergangenen Jahr, sagte der Geschäftsführer des größten Marktes, Wang Zili.

Kleidung und Souvenirs im Wert von 40 Mio. Euro
Die oft in Bussen zum Seidenmarkt anreisenden Touristen kauften den Angaben zufolge während der drei Olympia-Wochen Kleidung und Souvenirs im Wert von 400 Mio. Yuan (rund 40 Mio. Euro). Die Käufer hätten jedoch nicht nur gefälschte Rolex-Uhren oder Prada-Kleidung erworben, sondern sich auch mit chinesischen Souvenirs wie Feuerzeugen mit dem Konterfei von Mao Tse-tung oder Seidenschals eingedeckt, sagte Wang. So habe der ehemalige US-Präsident George Bush Senior habe einen Seidenpyjama mit Drachenmotiv gekauft, und auch US-Schwimmstar Michael Phelps sei durch die engen Gänge geschlendert.

Mit seinem Umsatzrekord ist der größte Pekinger Kleidermarkt nicht allein: Die Konkurrenten des benachbarten Yashow-Markts hätten ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, sagte Marketingdirektor Dong Tao. 20.000 Menschen kamen demnach täglich zum Shoppen. Umgerechnet 13 Mio. Euro seien den zu 70 Prozent ausländischen Kunden die gefälschten Markenartikel wert gewesen.

(apa/red)

25.8.2008 21:12