Kritik aus eigenen Reihen: McCain-Vize Palin rutscht ins Zentrum des US-Wahlkampfs
- Politische Unerfahrenheit stößt einigen sauer auf
- "Barrieren fallen": Obama mildert Stellungnahme ab

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Kurz vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner sorgt die überraschende Ernennung der jungen Gouverneurin Sarah Palin zur Vizekandidatin weiter für Aufregung im US-Wahlkampf. Während Palin mit Präsidentschaftskandidat John McCain eine Busreise durch die USA antrat, gab es von den Demokratin Kritik an Palins Unerfahrenheit aber auch Lob dafür, dass die Wahl auf eine Frau gefallen ist. Auch auf Seiten der Republikaner war die Wahl Palins umstritten.
Nach Medienberichten äußerten sich auch republikanische Strategen hinter den Kulissen "verwundert" über McCains Schritt. Angesichts von Palins Unerfahrenheit werde das bisherige Argument "zerstört", dass Obama wegen seiner erst vierjährigen Amtszeit als Senator als Präsident ungeeignet sei, zitierte die "Washington Post" einen Experten.
Obama selbst milderte in einer gemeinsamen Erklärung mit seinem Vizekandidaten Joe Biden eine erste Stellungnahme aus seinem Wahllager ab. Darin hatte sich Obamas Sprecher Bill Burton darüber mokiert, dass Palin vor ihrer Wahl zur Gouverneurin nichts anderes als Bürgermeisterin eines Dorfes mit 9.000 Einwohnern gewesen sei. In der gemeinsamen Erklärung gratulierten Obama und Biden Palin nun zur ihrer Berufung und sprachen von einem ermutigenden Zeichen, "dass alte Barrieren in der Politik fallen". Bei allen politischen Differenzen sei Palin eine "bewundernswerte Persönlichkeit" und werde eine "fesselnde neue Stimme" in McCains Wahlkampf sein.
Zugleich starteten die Demokraten einen Fernseh-Werbespot, in dem darauf verwiesen wird, dass Palins Berufung nichts daran ändere, dass McCain nicht für politischen Wandel stehe. Es bleibe dabei, dass er die alte Politik von Präsident Bush fortsetzen wolle.
Die 44-Jährige brach an der Seite von Spitzenbewerber John McCain (72) zu einer Busreise durch mehrere Staaten auf dem Weg nach Minneapolis-St. Paul (Minnesota) auf, wo sich am Montag die Republikaner für vier Tage treffen wollen.
(apa/red)
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