Mittwoch, 27. August 2008

"Handlager Bushs": Demokraten greifen
John McCain auf ihrem Parteitag scharf an

  • "Brauchen keinen Präsidenten der Vergangenheit"
  • Republikaner: Obama ungeeignet für Weißes Haus

Führende demokratische Politiker haben am zweiten Tag ihres Parteitags den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain scharf angegriffen. Der Senator aus Arizona werde lediglich die verfehlte Politik von US-Präsident George W. Bush fortsetzen, sagte Ex-Gouverneur Mark Warner. "Wir brauchen keinen Präsidenten, der der Vergangenheit verhaftet ist", betonte Warner, der die Grundsatzrede des Parteitags hielt. McCain verspreche nur "mehr vom Gleichen".

Amerika könne sich nicht vier weitere Jahre von explodierenden Etatdefiziten, monatlichen Ausgaben von zehn Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) im Irak und Untätigkeit im Kampf gegen die globale Erwärmung leisten, so der Ex-Gouverneur von Virginia. Bei der Präsidentschaftswahl am 4. November gehe es um eine historisch einmalige Weichenstellung für die Zukunft Amerikas.

Kritik: Handlanger statt Einzelgänger
McCain sei nicht der politische Einzelgänger, als den er sich selbst beschreibe, sondern eher "ein Handlanger" von Präsident Bush, meinte der Senator von Pennsylvania, Bob Casey. McCain habe im Senat zu 95 Prozent zugunsten des Präsidenten gestimmt. Das sage alles über seine politische Unabhängigkeit.

Der Abgeordnete Dennis Kucinich riss mit einer kämpferischen Rede die rund 5000 Delegierten in der Sporthalle in Denver mit. "Amerika, wach auf!", rief er den begeisterten Delegierten zu. Seit dem Amtsantritt Bushs hätten die Ölkonzerne, die Kriegsindustrie und die Neokonservativen die Macht in Washington übernommen. Millionen Amerikaner hätten ihre Arbeitsplätze verloren, ihre Häuser und ihre Krankenversicherung. Nur ein demokratischer Präsident könne den ersehnten Wandel bringen.

Republikaner: Obama ungeeignet
Die Republikaner wiederum haben Barack Obama die Eignung für das Amt des US-Präsidenten abgesprochen. Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sagte in Denver: "Barack Obama ist eine charmante und anständige Persönlichkeit mit einer liebenswerten Familie, aber er ist nicht bereit für die Präsidentschaft." Unter Obama würden die USA weniger Wohlstand und weniger Sicherheit erleben, sagte Romney.

Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts leitet im Auftrag der Wahlkampfführung des republikanischen Kandidaten John McCain eine Parteidelegation am Tagungsort der Demokraten. Dies nährte die Spekulationen, dass McCain Romney als seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten wählen könnte. Es wird erwartet, dass McCain seine Entscheidung in den nächsten Tagen bekanntgibt.

(apa/red)

27.8.2008 08:35