Mittwoch, 27. August 2008

"Barack Obama ist mein Kandidat": Clinton ruft zur Wahl ihres Ex-Kontrahenten auf

  • Demokratischer Kandidat schon 2 % hinter McCain
  • Entwarnung: Angebliche Attentäter keine Bedrohung

Hillary Clinton hat die Demokratische Partei zu geschlossener Unterstützung für den designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama aufgerufen. Es sei jetzt Zeit, "sich als eine Partei mit einem Ziel zu vereinen", sagte die Senatorin am Wahlparteitag der Demokraten in Denver. Clinton war Obama in den Vorwahlen unterlegen, viele ihrer Anhänger zögern nun mit ihrer Stimme für Obama.

"Barack Obama ist mein Kandidat und er muss unser Präsident werden", sagte Clinton vor Tausenden Parteianhängern im Pepsi Center in Denver. Sie habe nicht "35 Jahre lang in den Schützengräben" der Politik verbracht und die letzten acht Jahre unter dem republikanischen Präsidenten Bush über sich ergehen lassen, um nun noch mehr "ungenügende Führung" durch die Republikaner zu erleiden, betonte die Senatorin: "Niemals, auf keinen Fall, kein McCain", rief Clinton mit Blick auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Sie sei "eine stolze Mutter, eine stolze Demokratin, eine stolze Senatorin New Yorks, eine stolze Amerikanerin und eine stolze Unterstützerin von Barack Obama", betonte Clinton.

Mit ihrer Rede wollte Clinton die tiefen Gräben überbrücken, die knappe Vorwahl-Rennen gerissen hat. Umfragen zufolge kann Obama derzeit nicht mit allen Stimmen ihrer Anhänger rechnen. Einer Gallup-Umfrage zufolge ist Obama inzwischen zwei Prozentpunkte hinter seinen republikanischen Konkurrenten John McCain zurückgefallen.

Clinton-Wähler wichtig für Obama
Die 18 Millionen Wähler, die in den Vorwahlen für Clinton stimmten, sind von entscheidender Bedeutung für Obama, der in einer aktuellen Umfrage bereits zwei Prozent Rückstand auf McCain hat. Die Rede der New Yorker Senatorin war umjubelter Höhepunkt des zweiten Tages der "Democratic National Convention", bei der Obama offiziell zum demokratischen Präsidentschaftskandidat gewählt wird. Obama will vor 75.000 Menschen die Kandidatur annehmen.

Die Republikaner sprachen Obama unterdessen die Eignung für das Amt des US-Präsidenten ab. Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sagte in Denver: "Barack Obama ist eine charmante und anständige Persönlichkeit mit einer liebenswerten Familie, aber er ist nicht bereit für die Präsidentschaft." Romney gilt als heißer Favorit für als Vize-Kandidat von John McCain, der nächste Woche von den Republikanern zu ihrem Präsidentschaftskandidat nominiert wird.

Keine Beweise für Attentat
Große Aufregung am Rande des demokratischen Parteitags in Denver im US-Bundesstaat Colorado: Die Polizei nahm vor Beginn der Veranstaltung drei Männer fest, die laut der "Denver Post" möglicherweise einen rassistisch motivierten Anschlag auf den designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama geplant hatten. Nach der Festnahme der Männern gaben die Behörden Entwarnung. Von den inhaftierten Personen sei keine "echte Bedrohung" für den Obama ausgegangen, teilte Staatsanwalt Troy Eid in Denver mit. Bei den Festgenommenen handle es sich um Drogensüchtige, die zu einem Attentat nicht in der Lage gewesen wären.



(apa/red)

27.8.2008 07:42