Sonntag, 31. August 2008

Verwirrung um Flugzeugunglück: Wollte Spanair Flieger vor Crash austauschen?

  • Unternehmen und Ministerium widersprechen sich
  • Alle 154 Opfer der schweren Unglücks identifiziert

Neue Verwirrung um die Flugzeugkatastrophe von Madrid: Die Fluggesellschaft Spanair hat der Darstellung des spanischen Verkehrsministeriums widersprochen, wonach das Unternehmen erwogen haben soll, die Unglücksmaschine vor dem Absturz durch ein anderes Flugzeug zu ersetzen. Bei dem Unglück am 20. August starben 154 Menschen, 18 wurden verletzt.

Die Spanair-Maschine hatte vor dem Unfall einen Start wegen technischer Probleme abgebrochen. Beim zweiten Startversuch stürzte das Flugzeug ab und ging in Flammen auf. Verkehrsministerin Magdalena Alvarez hatte im Parlament berichtet, Spanair habe nach dem abgebrochenen Startversuch vorgehabt, die Passagiere in eine andere Maschine umsteigen zu lassen, sich dann aber anders entschieden. Spanair dementierte die Äußerungen der Ministerin und betonte, solche Erwägungen habe es nicht gegeben.

Daraufhin veröffentlichte das Ministerium den Tonbandmitschnitt eines Gesprächs, in dem ein Spanair-Verantwortlicher der Flughafenzentrale nach dem missglückten ersten Startversuch einen Wechsel des Flugzeugs ankündigte. "Entweder Spanair verschweigt hier einen gravierenden Vorgang, oder die Ministerin hat sich einen schweren Lapsus geleistet", schrieb die Zeitung "El Mundo".

Zehn Tage nach dem Unglück sind alle 154 Todesopfer identifiziert. Dies gab das Madrider Innenministerium bekannt. Die Feststellung der Identität war bei einigen Toten dadurch erschwert worden, dass die Leichen nach dem Absturz der Spanair-Maschine völlig verkohlt waren. In vielen Fällen konnte die Identität nur durch Zahnproben oder einen Abgleich von DNA-Spuren ermittelt werden.

(apa/red)

31.8.2008 14:18