Sonntag, 31. August 2008

Krisensitzung nach Protesten in Thailand: Demonstranten besetzen Regierungssitz

  • Flughafen Phuket ist wieder in Betrieb genommen
  • Menschen üben Widerstand gegen Polizeieinsatz

Das thailändische Parlament ist zu einer Sondersitzung über mögliche Lösungen zur Beilegung der politischen Krise im Land zusammengetreten. Ministerpräsident Samak berief die Sitzung ein, weil es seiner Regierung bisher nicht gelungen sei, die gegen ihn gerichteten Massenproteste in den Griff zu bekommen. Sein Amtssitz wurde den sechsten Tag in Folge von Demonstranten besetzt gehalten.

Der wegen der Massenproteste geschlossene Flughafen in der Touristenhochburg Phuket ist wieder in Betrieb genommen worden. "Die Abläufe in allen Bereiche sind wieder normal", sagte Flughafendirektor Wicha. Die Demonstranten hätten begonnen, das Flughafengelände zu verlassen. Die Behörden hatten den Flughafen auf der beliebten Urlaubsinsel schließen müssen, nachdem mehr als 5.000 Demonstranten im Zusammenhang mit den Protesten gegen Premier Samak die Startbahn gestürmt hatten. Bis zu 15.000 Fluggäste waren zeitweise gestrandet, mehr als 120 Flüge mussten gestrichen werden.

Die Führer der konservativen Protestbewegung um die Volksallianz für Demokratie (PDA) unterstützen den Militärputsch von 2006, bei dem der damalige Regierungschef Thaksin gestürzt wurde. Dem im Dezember 2007 gewählten Samak wirft die Protestbewegung vor, von Thaksin gesteuert zu werden.

Demonstranten hielten das Regierungsgelände auch zuletzt besetzt und probten dort mit selbst gemachten Schilden und Helmen den Widerstand gegen einen möglichen Polizeieinsatz. Samak bekräftigte, dass er sich dem Druck der Demonstranten und Rücktrittsforderungen nicht beugen wird.

(apa/red)

31.8.2008 12:07