Deutsche Soldaten erschießen Zivilisten in Afghanistan: Eine Frau und zwei Kinder tot
- Neue Rufe nach Bundeswehr-Abzug werden nun laut
- Grüne für Einsatz-Ende "in verantwortbarer Weise"
Erstmals seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan haben vermutlich deutsche Soldaten Zivilisten erschossen. Bei einem dramatischen Zwischenfall nahe der Stadt Kunduz starben an einer Straßensperre von deutschen und afghanischen Sicherheitskräften eine Frau und zwei Kinder, die in einem Auto auf den Kontrollpunkt zufuhren. Zwei weitere Kinder wurden verletzt.
Nach den tödlichen Schüssen werden die Rufe nach einem Ende des deutschen Militäreinsatzes wieder lauter. Der stellvertretende Bundestagsfraktionschef der Grünen, Hans-Christian Ströbele, forderte in der "Berliner Zeitung", der Einsatz müsse "in verantwortbarer Weise" beendet werden. Der Vorfall zeige, wie katastrophal die Lage in Afghanistan sei.
D versinkt in "Sumpf eines schmutzigen Krieges"
Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, sagte, Deutschland drohe "im Sumpf eines schmutzigen Krieges zu versinken", der den Terror nicht bekämpfe, sondern zu neuer Gewaltbereitschaft führe, in der zivile Aufbaubemühungen untergingen. Es gebe nur eine Lösung: "Deutschland muss die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen".
Eine Frau und zwei Kinder erschossen
An einem gemeinsamen Kontrollpunkt der afghanischen Polizei und Armee sowie der Bundeswehr südlich der Stadt Kundus waren eine Frau und zwei Kinder erschossen worden. Zwei Zivilfahrzeuge waren nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums gestoppt worden. Als eines der Fahrzeuge plötzlich angefahren sei und trotz Warnschüssen nicht angehalten habe, sei von dem Posten das Feuer eröffnet worden.
Erste Ermittlungen deuteten daraufhin, dass die tödlichen Schüsse von deutschen Soldaten stammten. Der Vorfall folgte auf den Tod eines Bundeswehrsoldaten in der Nähe von Kundus, der mit einem gepanzerten Geländewagen auf eine Sprengfalle gefahren war.
(apa/red)
Kinderschänder07:53
33 FestnahmenErmittlungen führen zu groß angelegter Aktion gegen mutmaßliche Pädophile
Weltnichtrauchertag 201208:03
38 Prozent rauchenUmfrage in Österreich: Ein Drittel davon greift regelmäßig zum Glimmstengel
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat

