Kinder rund 40 Jahre in Verlies eingesperrt:
Geschwisterpaar hauste in Betonräumen
- Westjordanland: Polizei fand sie bei Einsatz zufällig
- Eltern sperrten behinderten Sohn und Tochter weg

Zwei behinderte Kinder sind von ihren Eltern im Westjordanland rund 40 Jahre lang eingesperrt worden. Der 38-jährige Bassam Musalmeh und seine vier Jahre ältere Schwester Nawal wurden nun aus ihrem Verlies hinter dem Haus der Familie in der Ortschaft Beit Awwa von Polizisten befreit.
Die Polizisten fanden das Geschwisterpaar zufällig bei der Suche nach Hamas-Anhängern. Die beiden waren seit frühester Kindheit in zwei feuchten, verfallenen Betonräumen eingesperrt. Kaum einer in der Ortschaft wusste von den beiden Kindern. Die Eltern hatten nach Polizeiangaben die zwei eingesperrt, weil sie glaubten, diese könnten die Heiratsaussichten eines gesunden Bruders der beiden schmälern.
Gestank aus Schweiß und Urin
Die Polizisten fanden den 38-Jährigen nackt vor, seine Schwester trug ein dünnes Nachthemd. Die Räume, in denen sie untergebracht waren, stanken fürchterlich nach Schweiß und Urin.
Der Vater der beiden Kinder wurde festgenommen. Er hatte vor Jahrzehnten eine Cousine ersten Grades geheiratet. Das Paar hatte den Angaben zufolge acht Kinder, sieben davon waren geistig behindert. Fünf der Behinderten starben im Kindesalter. Das einzige gesunde Kind, ein Sohn, ist heute verheiratet.
(apa/red)
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