Mittwoch, 27. August 2008

Flugzeug-Entführer haben sich ergeben: Täter mittlerweile in Gewalt der Behörden

  • Hatten zuletzt einen Weiterflug nach Paris verlangt
  • 87 Passagiere befanden sich im entführten Flugzeug

Die Entführer eines sudanesischen Passagierflugzeugs haben sich auf dem Flugplatz der libyschen Oase Al-Kafra ergeben. Die beiden Täter befänden sich in der Gewalt der Behörden, sagte ein libyscher Regierungsvertreter. Zuvor hatten sie bereits alle 87 Passagiere sowie zwei Flugbegleiterinnen freigelassen, sechs weitere Besatzungsmitglieder jedoch weiter festgehalten.

Die Entführer hatten die Boeing 737 der privaten sudanesischen Luftfahrtgesellschaft Sun Express auf einem Inlandsflug in die sudanesische Hauptstadt Khartum in ihre Gewalt gebracht. Die Männer, die nach Frankreich wollten, hatten nach Angaben der libyschen Behörden zunächst keine politischen Forderungen gestellt. Dies hätten sie erst in Frankreich tun wollen, hieß es weiter.

Der Pilot der Maschine hatte dem Flughafendirektor von Al- Kafra per Funk eine Botschaft der Entführer übermittelt. Darin forderten sie, die Maschine solle aufgetankt werden. Sie verlangten, nach Frankreich geflogen zu werden. Anschließend entwickelte sich ein Dialog, in dessen Verlauf sich die Entführer zur Freilassung der Passagiere bereit erklärten. Als Vermittler fungierte der Pilot. Gelegentlich sprachen die Entführer auch direkt mit den Libyern.

Ein freigelassener Passagier sagte der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur JANA: "Wir haben eine schreckliche Nacht in diesem Flugzeug verbracht. Alle hatten große Angst." Mehrere Passagiere waren wegen der Hitze und des Sauerstoffmangels an Bord ohnmächtig geworden, berichtete ein Mitarbeiter der libyschen Zivilluftfahrtbehörde.

Die Entführer gehören nach eigenen Angaben der "Sudanesischen Befreiungsbewegung" (SLM) unter Führung von Abdul Wahid Nour, einer Splittergruppe der "Sudanesischen Befreiungsarmee" (SLA), aus Darfur an. Nour, der im französischen Exil lebt, dementierte im arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera, dass die Entführer zu seiner Organisation gehörten.

(apa/red)

27.8.2008 17:56