Montag, 25. August 2008

Identifizierung der Opfer verzögert sich:
Madrider Flugzeugunglück fordert Experten

  • Bisher mehr als die Hälfte der 154 Toten identifiziert
  • Weiterhin Unklarheit über Ursachen der Katastrophe

Fünf Tage nach der Madrider Flugzeugkatastrophe ist mehr als die Hälfte der 154 Toten identifiziert worden. Bei den übrigen Opfern könne der Prozess der Identifizierung sich allerdings noch bis zu zwei Wochen hinziehen, teilte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba mit.

Wegen des Feuers und der Hitze bei dem Flugzeugabsturz seien die Proben zur Anfertigung der DNA-Analysen "in einem schlechten Zustand". Der Minister schloss nicht aus, dass in einzelnen Fällen eine Identifizierung nicht mehr möglich sein werde. Bisher sei die Identität von 86 Toten festgestellt worden.

Keine Klarheit über deutsche Familie
Auch über das Schicksal einer Familie aus Pullach bei München gebe es noch keine Klarheit, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes in München. Das LKA habe DNA-Spuren nach Spanien geschickt, die derzeit ausgewertet würden. "Die spanischen Behörden arbeiten unter Hochdruck." Das Ehepaar und seine beiden Kinder standen auf der Passagierliste des Unglücksfluges.

Bei der Suche nach den Ursachen des Unglücks konzentrieren die Ermittler sich nach Angaben der Zeitung "El Pais" auf die Möglichkeit, ob die Triebwerke beim Start einen Leistungsabfall erlitten. Auch werde die Hypothese geprüft, ob beim rechten Triebwerk ein Umkehrschub eingesetzt haben könnte, schrieb das Blatt. Bei dem Unglück am vorigen Mittwoch war eine Maschine der spanischen Fluggesellschaft Spanair gleich nach dem Start vom Madrider Flughafen abgestürzt und in Flammen aufgegangen.
(apa/red)

25.8.2008 11:44