BZÖ-Überläuferin Schenk über Ex-Partei:
Sie fühlte sich in FPÖ "ungleich behandelt"
- Umstände des Wechsels sollen "rein persönlich" sein
- Bei NR-Wahlkampf zuständig für BZÖ-Frauenthemen

Die zum BZÖ übergelaufene ehemalige FPÖ-Bundesgeschäftsführerin Martina Schenk hat sich in ihrer alten Partei "ungleich behandelt" gefühlt. "Es hat einige Sachen gegeben, die vorgefallen sind", erklärte sie bei einer Pressekonferenz die Gründe für ihre überraschende Kandidatur für die Orangen. Näher wollte sie auf die Umstände nicht eingehen, nur so viel: "Es sind rein persönliche Sachen."
Nicht nur finanziell, auch auf anderer Ebene hat sich Schenk laut eigenen Angaben ungerecht in der FPÖ behandelt gefühlt. "Es war eine Ungleichbehandlung auf verschiedenen Ebenen." Nun soll alles anders werden: "Ich bin zwar keine Feministin, aber es ist auch gut zu wissen, dass man hier gewollt ist. Der Aufruf, die Partei zu wechseln ist vom designierten Parteichef Jörg Haider selbst gekommen. Schenk, die 2005 noch eine ganz andere Situation in der FPÖ vorgefunden haben will und deswegen nicht gleich zum BZÖ gegangen ist, meint über ihren neuen politischen Hausherrn: "Der Jörg hat Visionen."
Schenk soll nun nach der Wahl im organisatorischen Bereich des BZÖ untergebracht werden. Kandidieren soll sie auf der Bundesliste irgendwo auf den ersten fünf Listenplätzen. So ist es zumindest in einer Vereinbarung zwischen Haider und Schenk festgehalten. Über weitere Überläufer noch vor dem Wahltag wollte Haider vorerst nicht spekulieren. "Welche FPÖler noch wechseln, weiß man nicht. Aber es sind ständig welche auf Wanderschaft." Am ehesten könne es weitere Neuzugänge nach der Wahl geben.
Zusammen mit Ursula Haubner will sich Schenk nun um Frauenthemen im BZÖ-Wahlkampf kümmern: Mütterpension, Gratis-Kindergarten - und selbst der Benzinpreis. "Gerade von Frauen wird immer mehr Mobilität verlangt", so Haubners Argumentation. Eine neue Forderung gab es von Haider. Er verlangte die Abschaffung der Studiengebühren für Lehrlinge. Ansonsten hätte sich das derzeitige Modell etabliert, Langzeitstudenten gehörten mittlerweile der Vergangenheit an. (apa/red)
