Polizistin von Chef gebissen? Schwere Erniedrigungsvorwürfe gegen Kommandant
- Soll Frau an Haaren gezogen & in WC gesperrt haben
- Fekter will rasche Aufklärung - für Suspendierung
Ein 50-jähriger Polizeikommandant eines Postens im Bezirk Bregenz soll eine junge Polizistin über ein Dreivierteljahr mehrfach erniedrigt haben. Der örtliche Polizeichef soll die Frau unter anderem gebissen, an den Haaren gepackt und in die Toilette eingesperrt haben. Der Mann wurde bis zur Klärung des Falls ins Landespolizeikommando versetzt.
Die Ermittlungen würden vom Bezirkspolizeikommando Bregenz durchgeführt, so Landespolizeikommandant Bliem gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten". "Bis zur Klärung ist der Postenkommandant auf der Dienststelle nicht mehr tragbar", erklärte Bliem zu der Versetzung. Suspendiert sei der Mann aber nicht. "Das hätte niemandem etwas gebracht. Ich sehe nicht ein, dass jemand nicht arbeiten muss und trotzdem sein Geld weiter erhält", begründete Bliem. Es gelte die Unschuldsvermutung.
Der Fall soll seit Anfang August gerichtsanhängig sein, auch die Disziplinarkommission sei eingeschaltet. Die Vorwürfe beschrieben "völlig inakzeptables Verhalten", bei dem die Dienstbehörde sich "absolut restriktiv" verhalte, hieß es von der Polizei weiter.
Fekter erwartet rasche Aufklärung
Innenministerin Fekter sieht es als Fehler an, dass der Vorarlberger Postenkommandant bis zur endgültigen Klärung des Falls nicht suspendiert wurde. "Als Innenministerin kann ich nicht akzeptieren, dass der Eindruck entsteht, solche Vorwürfe würden verharmlost werden", so Fekter. Sie erwarte eine rasche Aufklärung, betonte sie. "Der respektvolle und kollegiale Umgang im Polizeidienst ist eine Grundvoraussetzung für die effiziente Arbeit", so Fekter weiter. Die unabhängige Disziplinarkommission sei jetzt gefordert, die erforderlichen Schritte zu setzen.
(apa/red)
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