Hahn zur Abschaffung der Studiengebühren:
"Undurchdacht und verantwortungslos"
- Wissenschaftsminister sieht Idee als "billigen Gag"
- Einnahmeentfall für Unis budgetär nicht vorgesehen

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Von der Mehrwertseuer bis zur Studiengebühr
Als "undurchdachte, verantwortungslose und völlig populistische Maßnahme" bezeichnete Wissenschaftsminister Johannes Hahn die Ankündigung von SPÖ-Chef Werner Faymann, die Studiengebühren abschaffen zu wollen. Dies sei nicht nur ein "billiger Gag", sondern "nicht einmal zur Hälfte durchdacht".
So sei eine Kompensation des Einnahmenentfalls für die Unis budgetär nicht vorgesehen und viele Studenten hätten bereits für das Wintersemester bezahlt, sagte Hahn bei der Verabschiedung von ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek, die Volksanwältin wurde, und der Vorstellung ihrer Nachfolgerin, Beatrix Karl.
Positive Auswirkungen der Gebühren
Für Hahn haben die Studiengebühren nicht nur eine finanzielle Dimension - es gebe Unis, wo die Beiträge bis zu 15 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten. Sie hätten auch eine positive Auswirkung auf das individuelle Studierverhalten. So sei die Zahl der prüfungsinaktiven Studenten von über 40 Prozent im Jahr 2001 auf 15 Prozent 2007 gesunken. Die durchschnittliche Studiendauer habe sich seit Einführung der Studiengebühren von fast 14 auf knapp zwölf Semester verringert.
Brinek betonte, keine Studie zu kennen, wonach Studiengebühren sozial selektiv wären, wenn sie durch Fördermaßnahmen begleitet würden. Hahn verwies auf die rund 48.000 Studenten, die 2007 aus sozialen Gründen Studienförderung bekamen - und damit auch die Studiengebühren zurückerhielten. Es sei "das große Trauma der SPÖ", dass mit der Abschaffung der Hochschultaxen nicht mehr Kinder aus sozial schwächeren Schichten an die Unis geströmt seien, betonte Brinek, für die "in Summe die Studienbeiträge den Universitäten und den Studenten gut getan haben".
Angesicht der rund 50.000 ausländischen Studenten in Österreich, die bisher einen Beitrag zur Finanzierung ihres Studiums geleistet hätten, sei er, Hahn, auch schon gespannt auf die angekündigte Zustimmung der FPÖ zur Abschaffung der Studiengebühren. Dann müssten die Steuerzahler das Studium der ausländischen Studierenden zur Gänze finanzieren. (apa/red)
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