Faymann kritisiert Management der Post:
War nicht auf Liberalisierung verbereitet
- Führung wolle nur "im großen Stil Filialen schließen"
- Finanzminister Molterer "steht nicht zu Verantwortung"

SP-Infrastrukturminister Werner Faymann kritisiert das "hoch bezahlte" Management der Post und sieht das Unternehmen als schlecht auf die kommende Liberalisierung ab 2011 vorbereitet. Die Postführung wolle nur "im großen Stil Filialen schließen", in Sachen Verbesserung der Kostenstruktur "höre ich schon mehr Vorschläge des Betriebsrats als der Geschäftsführung", sagt Faymann in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend".
Politisch verantwortlich sei Finanzminister Wilhelm Molterer, zu dem die ÖIAG ressortiert: "Personell einzugreifen, da steht er nicht zu seiner Verantwortung, da taucht er unter", sagt der SP-Spitzenkandidat in dem Interview.
Der Post drohe angesichts der Liberalisierung ein AUA-Schicksal: "Bei der Post wird man rechtzeitig eingreifen müssen. Weil noch mal machen wir das nicht, zu sagen: Der Post geht's gut, und dann drohen plötzlich enorme Grauslichkeiten. Das muss man aus diesem AUA-Prozess lernen."
Die großzügigen Abfertigungsregeln, mit denen die Post altgedienten Mitarbeitern an Abgang versüßen will (bis zu 45 Brutto-Monatsgehälter) kritisiert Faymann nicht: "Eine Abfertigung ist oft die beste Investition in ein Unternehmen." Kritiker hatten Faymann vor wenigen Monaten vorgeworden, politisch für den Golden Handshake verantwortlich zu sein, die der ÖBB-Aufsichtsrat dem früheren Bahnchef Martin Huber zugestanden hatte.
(apa/red)
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