Julius Meinl II strebte NSDAP-Aufnahme an:
Aufnahme wurde ihm allerdings verweigert
- profil: Meinl AG profitierte von Wehrmachtsaufträgen
- Sein Sohn emigrierte mit jüdischer Frau nach England

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, stellte Julius Meinl II. (1869-1944) laut einem vorliegenden "Gauakt" aus dem Österreichischen Staatsarchiv (ÖSTA/AdR/Gauakt/47677) im Laufe des Jahres 1940 einen so genannten Erfassungsantrag an die NSDAP. Die Aufnahme wurde ihm allerdings verweigert. Während Meinls Sohn Julius Meinl III. mit seiner jüdischen Ehefrau nach England emigrierte, profitierte das Unternehmen von Arisierungen und Wehrmachtsaufträgen.
Im Juni 1939 etwa übernahm die Julius Meinl AG gemeinsam mit NS-Blutordensträger Fritz Hamburger, Mitbegründer der Industriellenvereinigung, die Aktienmehrheit der "Austria"-Papierindustrie, die dem Industriellen Rudolf Kraus gehört hatte. Kraus und Ehefrau wurden 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Kraus' Erben überlebten in der Emigration und wurden 1948 in einem Rückstellungsvergleich für den Verzicht auf das Unternehmen mit je 500.000 Schilling von der Meinl AG abgefunden.
Die ganze Geschichte lesen Sie nach im aktuellen profil Nr. 34/08!
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