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20.8.2008 19:27

Richter fehlen vier Punkte aufs Semifinale:
Wasserspringerin wird im Vorkampf nur 22.

  • Wienerin muss sich von Olympia 2008 verabschieden
  • Schwierigster Sprung im Repertoire leider verpatzt

Das österreichische Wassersprung-Trio bei den Olympischen Sommerspielen in Peking ist durchwegs im Vorkampf ausgeschieden. Nach Veronika Kratochwil und Constantin Blaha jeweils vom 3-m-Brett verfehlte am Mittwoch auch Anja Richter vom Turm das Semifinale der Top 18. Bei ihrer vierten Olympia-Teilnahme rutschte die Wienerin als Gesamt-22. beim letzten Sprung um 4,2 Punkte aus den Aufstiegsrängen.

Richter war mit ihrem stärksten der fünf Sprünge stark in den Wettkampf gestartet und hatte die erste Serie unter 29 Konkurrentinnen auf Zwischenrang sechs beendet. Danach fiel die SU-Wien-Athletin jedoch sukzessive zurück und musste als 13. vor dem letzten Sprung noch um das Weiterkommen zittern. Beim Eintauchen in das Wasser hat die 30-Jährige schließlich überschlagen, womit das knappe Ausscheiden besiegelt war.

Zitterpartie mit schlechtem Ausgang
"Vier Punkte Rückstand ist natürlich sehr, sehr eng", erklärte Richter nachher. "Es ist aber nicht so, dass beim letzten Sprung meine Nerven versagt haben. Ich habe einfach meinen schlechtesten Sprung ganz hinten in der Serie." Schon seit Jahren handhabt die Vize-Europameisterin 2006 das so, und damit hat sie auch schon viele Erfolge erreicht. "Am Schluss ist es eben immer ein bisschen eine Zitterpartie."

Noch im Training habe der Sprung gut funktioniert. "Ich habe mich eigentlich ganz gut gefühlt, aber natürlich bin ich jetzt enttäuscht." Es ist das erste Mal, dass Richter ein olympisches Semifinale verpasst hat. Bei ihrem Debüt als 18-Jährige 1996 in Atlanta war sie gleich ins Finale der Top 12 gekommen und Elfte geworden, vier Jahre später in Sydney gar Siebente. Vor vier Jahren bei den Spielen in Athen reichte es immerhin noch zu Rang 15.

Vier gute Sprünge reichten nicht
Vom Potenzial her ist Richter locker unter die besten 18 Springerinnen einzureihen, auch ein Final-Einzug wäre keine Utopie gewesen. Schon der kleinste Patzer kann in dem dicht gedrängten Feld aber alle Pläne über den Haufen werfen. Bei Richter war es dann eben sogar ein größerer Schnitzer. "Ich habe gewusst, man muss in dem Feld fünf gute Sprünge machen, um weiterzukommen", meinte sie dazu. "Das ist mir leider nicht gelungen."

Die OSV-Athletin wollte versuchen, schon am Donnerstag einen Platz im Flieger in Richtung Schwechat zu bekommen. Zur Zeit des Pekinger Endkampfes am Donnerstagabend wäre sie dann schon fast wieder in Österreich. Ob und wie sie ihre Karriere fortsetzt, konnte Richter vorerst nicht sagen. "Vielleicht springe ich noch einmal bei einer Europameisterschaft, aber ich werde sicher keine Olympiade mehr springen."

(apa/red)

20.8.2008 19:27
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